Seit Freitag vergangener Woche kann Joachim Groß aus Basdorf bei Templin wieder telefonieren. Vier Monate hat die Repara
Seit Freitag vergangener Woche kann Joachim Groß aus Basdorf bei Templin wieder telefonieren. Vier Monate hat die Reparatur der Leitung in den kleinen Ort gedauert. Horst Skoupy
Sturmschaden

Basdorfer vier Monate ohne Telefon und Internet

Auf einer ziemlich langen Leitung hat die Telekom gestanden, als es um die Reparatur einer gerissenen Überlandleitung in dem Ort bei Templin ging.
Templin

Plötzlich ging alles ganz schnell. Seit vergangenem Freitag ist der Festnetzanschluss von Joachim Groß zu neuem Leben erweckt. Vier Monate lang war die Leitung des Basdorfers tot. Als Mitte März ein Sturmtief an vielen Orten in der Uckermark beträchtliche Schäden angerichtet hatte, waren auch die Einwohner, der kleinen Siedlung in der Nähe des Templiner Ortsteils Vietmannsdorf betroffen. Die Leitung der Telekom war unterbrochen, telefonieren über das Festnetz war nicht mehr möglich, die Verbindung zum Internet war gekappt.

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Dass nach einem Sturm so etwas passieren kann, darüber ist sich Joachim Groß bewusst. Dass sich danach aber wochenlang nichts tut und Nachfragen beim Störungsdienst der Telekom ins Leere laufen, dafür fehlt dem Rentner das Verständnis. Schließlich war nicht nur sein Haushalt, sondern alle Einwohner von Basdorf waren betroffen. „Zumal der Handyempfang bei uns im Ort denkbar schlecht ist“, informierte er. Weil er nicht mehr wusste, wohin er sich sonst wenden kann, hatte er nach einem Vierteljahr an die Redaktion des Uckermark Kurier gewandt und auf den Zustand hingewiesen, in der Hoffnung, dass öffentlicher Druck die Reparatur der Leitung beschleunigen könnte.

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Doch selbst die Nachfrage der Redaktion bei der Telekom lief zunächst ins Leere. Zwar versprach ein Mitarbeiter der Pressestelle, sich der Sache anzunehmen. Doch dort verliefen die Recherchen zuerst in eine falsche Richtung, erkundigten sich die Mitarbeiter doch nach einem vermeintlichen Leitungsschaden in Basdorf bei Wandlitz. Doch dort funktionierte offenbar alles. Ohne eine Rückinformation wurde die Presseanfrage zu den Akten gelegt. Erst eine erneute Nachfrage in der vergangenen Wochen brachte offenbar Bewegung in die Sache.

Noch am vergangenen Donnerstag informierte Pressesprecher Adrian Sanchez, dass bei dem Sturm im März eine oberirdische Freileitung gerissen und zum Teil unter umgestürzten Bäumen begraben lag. Dass sich die Reparatur der Leitung hinzog, stehe mit verschiedenen Waldeigentümern im Zusammenhang. „Die Stadt Templin hat auf ihren Flächen schon ihren Teil getan und die Leitung freigelegt“, teilte Adrian Sanchez mit. Mit den Eigentümern von privaten Flächen in Kontakt zu kommen, sei indes schwierig gewesen. Man habe deswegen das zuständige Forstamt um Unterstützung gebeten. Ohne das Einverständnis des Waldeigentümers dürfe die Telekom nicht einfach auf den Flächen aktiv werden, so der Pressesprecher.

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Danach überschnitten sich offenbar die Ereignisse. Während in der Pressestelle am Donnerstag die Information vorlag, dass noch immer ein Teil der Leitung verschüttet ist, waren Mitarbeiter des Unternehmens offenbar bereits dabei, die defekte Leitung zu reparieren. Noch im Verlauf des Freitags jedenfalls gab das Festnetztelefon von Joachim Groß plötzlich wieder Lebenszeichen von sich. Auch der Internetzugang soll den Basdorfern wieder zur Verfügung stehen, hat er gehört. Er selbst benutzt kein Internet.

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