BAUERNVERBAND UCKERMARK

Bautätigkeit an Erdgastrasse zerstört Ackerkrume

Zwar erhalten Bauern für Ertragsausfälle durch den EUGAL-Bau einen Ausgleich. Aber sie fürchten nachhaltige Bodenschäden.
Sigrid Werner Sigrid Werner
Landwirtschaftliche Nutzfläche wird durch den Bau der neuen Erdgastrasse verdichtet.
Landwirtschaftliche Nutzfläche wird durch den Bau der neuen Erdgastrasse verdichtet. Birgit Schirmer
Der Boden wird festgefahren. Wasser kann schlechter versickern.
Der Boden wird festgefahren. Wasser kann schlechter versickern. Birgit Schirmer
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Grünow.

Der Bauernverband Uckermark hat Kritik geübt am Umgang von Politik und Wirtschaft mit dem wichtigsten Produktionsmittel in der Landwirtschaft, dem Ackerboden. Im Rahmen des Baus der Europäischen Gas-Anbindungsleitung (EUGAL) mussten 41 Landwirtschaftsbetriebe aus der Uckermark Ackerland für die Trassenführung zur Verfügung stellen. Den Landwirten stehen damit in der Bauphase 331 Hektar mindestens zwei Jahre nicht für die Bewirtschaftung zur Verfügung. Die Landwirte erhalten zwar einen Ausgleich, befürchten aber nachhaltige Schäden an ihren Böden. Durch die starke Verdichtung bis in große Tiefen werde die Bodenstruktur verändert, was auch durch Pflügen nicht rückgängig zu machen ist. Die Wasseraufnahmefähigkeit der Böden sinkt.

Gesetzlicher Schutz für Ackerboden gefordert

Bereits im Rahmen der Diskussion zur Landesentwicklungsplanung für Berlin-Brandenburg hatten Uckermärker Landwirte sich für einen stärkeren Schutz landwirtschaftlicher Nutzflächen stark gemacht. Bislang unterliegen diese keinem gesetzlichen Schutz wie zum Beispiel Waldflächen nach dem Bundeswaldgesetz. Deshalb gehe regelmäßig wertvolles Ackerland zugunsten von Siedlungs- oder Infrastrukturmaßnahmen unwiederbringlich verloren, hatten die Uckermärker moniert.

Proteste gegen Landfraß

Schon vor sechs Jahren hatten sich Landwirte mit einer Petition an den Bundestag gegen „Landfraß" gewehrt. Über 210 000 Unterschriften, davon 10 000 aus Brandenburg waren damals zusammengekommen.

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Kommentare (1)

braucht ein bei Nässe mit schweren Maschinen befahrener und verdichteter Boden, bis er wieder eine lockere Krümelstruktur aufweist. So sagte es der Förster Peter Wohlleben ("Das geheime Leben der Bäume"). Das sind ein paar tausend Jahre. Sie haben nicht den leisesten Schimmer davon, wie schwer der Schaden ist, den sie anrichten. Ein Boden darf - ohne jede Ausnahme - niemals befahren werden, wenn er nass ist! Auch nicht für eine Gasleitung.