LIEBE

Beamtin glaubt an die zweite Chance

Ein Mann hatte sie einst in die Uckermark gelockt. Als die Beziehung zerbrach, war Daniela Wittwer schon hoffnungslos in die Region verliebt...
Claudia Marsal Claudia Marsal
Daniela Wittwer genießt jede freie Minute in der Natur. Noch schöner wäre das zu zweit.
Daniela Wittwer genießt jede freie Minute in der Natur. Noch schöner wäre das zu zweit. Claudia Marsal
Prenzlau.

Daniela Wittwer hat sich vor zwei Jahren schockverliebt. Erst verguckte sich die Beamtin in einen Uckermärker. Später schloss die sportliche Blondine dann auch dessen Heimat ins Herz. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. „Als ich beim ersten Kontakt am Telefon hörte, wo er wohnt, erinnerte ich mich voller Grauen an eine Reise in Richtung Ostsee zurück, bei der wir durch Prenzlau gefahren waren. Das ist Jahrzehnte her, war aber wohl sehr prägend.” Grau in grau – so habe sie die Kreisstadt seither in Erinnerung gehabt. Kein Vergleich zu dem, was die gebürtige Berlinerin 2017 dann bei ihrem zweiten Besuch vorfand. „So ein hübsches, kleines Städtchen”, noch immer kommt die Mutter eines 33-jährigen Sohnes nicht aus dem Schwärmen heraus. Das ließ sie sofort die „Reize” der Metropole, in der sie ihre Brötchen verdient, vergessen, sagt Daniela Wittwer und lacht: „Es mag ja Menschen geben, die fürs trubelige Großstadtleben geschaffen sind. Ich gehöre nicht dazu, obwohl ich dort geboren bin und lange nichts anderes kannte.” Doch schon in ihrer ersten Ausbildung als Bäuerin habe sie die Annehmlichkeiten des Dorflebens schätzen gelernt. Das war lange vor der Wende und fand mit der Wiedervereinigung sein Ende. Danach startete sie nämlich im zweiten Beruf im öffentlichen Dienst neu durch.

So etwas Schönes

„Aber es blieb die Sehnsucht nach Wiesen, Wald und Wasser.” Die Ankunft in der Uckermark sei deshalb wie ein Déjà-vu für sie gewesen, gibt die 52-Jährige offen zu. Dass so etwas Schönes direkt vor den Türen der Hauptstadt liege, habe sie nicht gewusst, sagt die Naturliebhaberin nachdenklich. Vor allem die vielen kleinen Seen hätten ihren Reiz, setzt Daniela Wittwer schwärmerisch hinzu. Nicht nur die Badestellen am Uckersee hat die 1,74 Meter große Angestellte längst für sich entdeckt. „Auch in Sternhagen, Arendsee, Lützlow und Naugarten gibt es wunderschöne Badestellen, an denen ich bis spät in den November hinein zu finden bin.” Für sie stand deshalb auch fest, dass die Uckermark weiter ihre zweite Heimat bleibt, als die Beziehung zu ihrem Freund in die Brüche ging. Sie verabschiedete sich in diesem Moment zwar notgedrungen von der Vorstellung, sich hier mit ihm gemeinsam etwas aufzubauen. Aber Daniela Wittwer machte aus der Not eine Tugend und mietete kurzerhand ein Gästezimmer bei einer freundlichen alten Dame in der Gemeinde Nordwestuckermark an.

Die A 11 lockt

Drei- bis viermal pro Woche fährt die leidenschaftliche Hobbybäckerin seitdem direkt von der Arbeit aus in Richtung Prenzlau. „Sobald ich auf der A 11 bin, fällt von mir alle Anspannung ab. Dann freue ich mich auf die schöne, klare Luft und die offenen Menschen.” Glücklicherweise ermögliche ihr der Schichtdienst mit 10- bis 12-Stunden-Dienste ein gutes Freizeitmanagement, resümiert sie dankbar. Begünstigt werde das auch von der verkehrstechnischen guten Lage ihrer Arbeitsstätte am Rand von Berlin.

„Wenn ich immer bis ins Zentrum müsste, wäre der Uckermark-Traum vielleicht auch schon geplatzt”, vermutet sie. So aber zieht sie nun ernsthaft in Erwägung, hier für immer ihre Zelte aufzuschlagen. Der Beamtenposten sei zwar nicht mehr tauschbar, „aber ein Ende ist ja in Sicht”, merkt sie scherzhaft an. „Die anderthalb Stunden Fahrt sind gut zu händeln.” Zu ihrem Glück fehlt der Wasserratte jetzt eigentlich nur noch der passende Uckermärker. Nach der freundschaftlichen Trennung vom ersten „Bewerber” zieht sie nämlich eine neuerliche Verbandelung in Betracht. Humorvoll sollte er sein und auf eigenen Beinen stehen. „Und natürlich bereit, mit mir auch künftig alle schönen Seiten der Uckermark zu genießen.”

Telefon: 0157 71451125

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