Wenke Möllhoff ist Co-Vorsitzende des Bauernverbandes Uckermark.
Wenke Möllhoff ist Co-Vorsitzende des Bauernverbandes Uckermark. Sigrid Werner
Regionale und nachhaltige Landwirtschaft ja, sagt der Bauernverband Uckermark. Aber er fordert: Ökodienstleistungen der L
Regionale und nachhaltige Landwirtschaft ja, sagt der Bauernverband Uckermark. Aber er fordert: Ökodienstleistungen der Landwirte und Ertragseinbußen müssen auch ausgeglichen werden. Sigrid Werner
Ernährungskrise

Bei Bauern in der Uckermark liegen Nerven blank

Die Bauern in der Uckermark wissen wenige Wochen vor der Aussaat noch nicht, welche Regeln ihnen die Agrarreform 2023 vorschreibt.
Grünow

Bei den Bauern in der Uckermark liegen die Nerven blank. Wieder einmal, wie bei jeder anstehenden neuen Agrarreform. Aber so eng, wie dieses Mal, sei es noch nie gewesen, ließen Landwirte auf dem jüngsten Bauerntag in Grünow durchblicken.

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2023 soll die nächste Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU wirksam werden. Noch verhandelt Deutschland über Details. Auch der Bauernverband bringe seine Sicht ein, versicherten der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Udo Hemmerling, und der Präsident des Brandenburgischen Bauernverbandes, Henrik Wendorff auf dem Bauerntag. Doch die Landwirte müssen in wenigen Wochen die Aussaat tätigen und kennen heute noch nicht mal die genauen Auflagen zu Fruchtfolgen, Düngemitteln und Pflanzenschutz. Aber die Früchte müssen jetzt geplant, das Saatgut bestellt werden.

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Fest stehe nur, dass die Landwirte 100 Euro Basisprämie weniger pro Hektar bekommen und es zusätzliche Auflagen geben werde. Von den aktuell gestiegenen höheren Getreidepreisen profitierten die Betriebe nicht zwangsläufig sofort. Und mit dem Ukrainekrieg sind die Preise für Futtermittel, Energie, Kraftstoffe und Düngemittel noch einmal drastisch gestiegen.

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Mehr zum Bauernverband: Neue Doppelspitze führt ab sofort Bauernverband UckermarkDie Co-Vorsitzende des Bauernverbandes Uckermark Wenke Möllhoff forderte bei allem notwendigen Ökologisieren und Regionalisieren der Landwirtschaft ein klares Bekenntnis der Politik für intensive Produktion in Zeiten der Ernährungskrise. Sie kritisierte Bürokratiemonster und fehlenden Ausgleich für Umweltmaßnahmen in der GAP-Reform. Den Bauern werde noch mehr weggenommen. Hinzu kämen vier Prozent Stilllegung, größere Schutzstreifen um Gewässer, Glyphosatverzicht bei gleichzeitiger reduzierter Bodenbearbeitung. Sie forderte die Erhöhung der Stilllegung zu überdenken, Ausnahmemöglichkeiten in der Fruchtfolge wie für den Roggen auch für Weizen nach Weizen in der Uckermark, der Kornkammer Brandenburgs, zuzulassen. Und auch die Herbstfurche müsse auf schweren Böden noch möglich sein. Brandenburg solle zudem unbedingt den weiteren Rückgang der Tierbestände stoppen, um die nachhaltige Nutzung des Grünlandes zu sichern, so Möllhoff. In Brandenburg würden nur noch 0,35 Großvieheinheiten (GV) je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gehalten. In Deutschland liegt der Schnitt bei 0,78 GV.

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