Der 13-jährige Boss tut keinem Menschen etwas zu Leide, versichert sein Besitzer. Aber Ralf Wesendorf befürchtet, da
Der 13-jährige Boss tut keinem Menschen etwas zu Leide, versichert sein Besitzer. Aber Ralf Wesendorf befürchtet, dass die Beißerei für den Rüden Konsequenzen hat. Privat
Ralf Wesendorf will für seinen Vierbeiner, den er vorm Tierheim gerettet hat, kämpfen.
Ralf Wesendorf will für seinen Vierbeiner, den er vorm Tierheim gerettet hat, kämpfen. Privat
Schicksal berührt

Beschimpfte Hundehalterin verteidigt Boss

Dass Besitzer Ralf Wesendorf ausflippte, weil ein unangeleinter Vierbeiner seinen Rüden anfiel, war nicht in Ordnung, aber verständlich, sagen viele Leser.
Prenzlau

Die Geschichte des Prenzlauer Tierheim-Hundes Boss und seines Herrchens Ralf Wesendorf hat in den vergangenen Tagen viele Menschen bewegt. Es meldeten sich nach dem Artikel etliche Leser in der Redaktion, denen es schon ähnlich erging wie dem 26-Jährigen. Dieser hat nach dem Angriff eines unangeleinten Hundes auf seinen Rüden eine Anzeige am Hals, weil er in dieser Ausnahmesituation selbst verbal entgleist war. Der Fensterputzer bekam zwei Wochen später eine sogenannte Gefährderansprache der Polizei per Post, in welcher die Behörden über die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens gegen ihn informierten. Die Besitzerin des zweiten Hundes hatte Anzeige wegen Bedrohung gegen den Kreisstädter erstattet.

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Zu denen, die das Schicksal ans Herz ging, zählte auch Manuela von Allwörden, die seit ihrem 19. Lebensjahr Vierbeiner hat, darunter auch so anspruchsvolle Rassen wie Wolfshunde, Border Collies und diverse Mischlinge. Die 64-Jährige erzählte, dass sie sich mehr als einmal auf die Zunge beißen musste, um andere Frauchen/Herrchen nicht aufs Übelste zu beschimpfen, weil diese ihre Vierbeiner nicht unter Kontrolle hatten.

In Gartensparte geflüchtet

Der letzte Vorfall liege erst einige Tage zurück, sagte die Tierfreundin: „Da bin ich mit meinem angeleinten Hund in den Nebenweg einer Gartensparte geflüchtet, um eine Konfrontation mit einem freilaufenden Artgenossen zu verhindern. Dessen Halterin telefonierte und merkte gar nicht, dass sich ihr Hund entfernt hatte und zu uns lief. Erst mein lautes Rufen riss sie aus ihrer Abwesenheit. Doch anstatt mir zu danken, dass ich Schlimmeres dadurch verhindern konnte, wurde ich von ihr übelst beschimpft. Und das ist leider das, was wir fast täglich auf der Straße erleben. Die Frauchen/Herrchen haben ihre Hunde nicht an der Leine und auch nicht neben sich bei Fuß, sondern sind abgelenkt und bekommen gar nicht mit, wenn sich gefährliche Situationen ergeben.“

Manuela von Allwörden wünscht Ralf Wesendorf, dass die Sache für ihn einen guten Ausgang nimmt, er Zeugen findet, die ihn entlasten, und dass sein Boss nicht eingeschläfert werden muss.

 

 

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