NONFOOD-FRAGE

Bietet Marktkauf Prenzlau weiter das volle Sortiment an?

Müssen in Warenhäusern Modeartikel, Kaffeemaschinen und Fernseher aus dem Regal, weil der Einzelhandel zu ist? Aus Wettbewerbsgründen wäre es denkbar.
Kleine Taschenläden mussten schließen, hier gibt es weiter das ganze Sortiment.
Kleine Taschenläden mussten schließen, hier gibt es weiter das ganze Sortiment. Claudia Marsal
Das Foyer ist weihnachtlich geschmückt.
Das Foyer ist weihnachtlich geschmückt. Claudia Marsal
Prenzlau ·

Seit Mittwoch ist der Einzelhandel geschlossen. Müssen nun Warenhäuser wie Marktkauf & Co. großräumig ihre Textilien-, Spielzeug-, Elek-troabteilungen sperren? Das wollte der Uckermark Kurier von Edeka, Betreiber des großen Marktes Marktkauf in Prenzlau, wissen. Von dort kam ein Nein. „Unsere Kunden finden während des Lockdowns weiterhin das bekannte NonFood-Sortiment“, versicherte Sprecher Max Jendrik Sachau von Edeka Nord in Neumünster. Das fand sich am Prenzlauer Schafgrund bestätigt. Sämtliche Bereiche waren frei zugänglich und die Regale gut gefüllt – von Socken und Bettwäsche bis hin zu Fernsehgeräten gab es alles wie gewohnt zu kaufen.

Verkauf erlaubt

Grundlage dafür sei laut Edeka die aktuelle SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg, in welcher unter Paragraf 8 Absatz 2 Folgendes festgehalten sei: „Wenn durch Verkaufsstellen des Einzelhandels Mischsortimente angeboten werden, dürfen Sortimentsteile, deren Verkauf nicht nach Absatz 1 Satz 2 gestattet ist, verkauft werden, wenn der zugelassene Sortimentsteil überwiegt; die betreffenden Verkaufsstellen dürfen dann alle Sortimente vertreiben, die sie gewöhnlich auch verkaufen.”

Von Insolvenz bedroht

Das dürfte den vielen kleinen ortsansässigen Schuh-, Mode- und Technikläden, die jetzt zu sind, vermutlich bitter aufstoßen. Rund jedes sechste Einzelhandelsgeschäft in Deutschland ist nach Angaben des Handelsverbands infolge der Corona-Krise bereits von Insolvenz bedroht, weil das Eigenkapital insbesondere wegen hoher Mietforderungen nicht ausreicht. Sie hatten vermutlich auf ein NonFood-Verbot bei den Großen gehofft.

Doch die Rechtslange im Land ist eine andere. Für die Kunden bietet sich dadurch allerdings noch eine Gelegenheit, Geschenke nicht auf den letzten Drücker online zu kaufen, sondern vor Ort zu besorgen. Das zweite große Warenhaus der Stadt, Kaufland am Georg-Dreke-Ring, ließ eine entsprechende Anfrage bis dato unbeantwortet.

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