STRAHLENDE VENUS

Blick zu den Sternen lohnt sich im April besonders

Im April erscheint die Venus heller als sonst am Himmel. Mit dem bloßen Auge ist sie zu erkennen. Ein ehemaliger Astronomie-Lehrer aus der Uckermark erklärt, warum es sich sonst noch lohnt, zu den Sternen zu schauen.
Kurz nach Sonnenuntergang strahlt am südwestlichen Himmel die Venus über der Uckermark.
Kurz nach Sonnenuntergang strahlt am südwestlichen Himmel die Venus über der Uckermark. © allexxandarx - stock.adobe.com
Uckermark.

In diesen Tagen lohnt sich der Blick zu den Sternen. Die Venus strahlt so hell wie selten am Firmament. Mit dem bloßen Auge ist sie gut zu erkennen. Jetzt, da sich der „Super-Mond“ wieder etwas weiter von der Erde entfernt, ist der zweitnächste Planet zur Sonne noch besser zu sehen. Es ist nicht das einzige Phänomen, das sich am Himmel ausmachen lässt. Der Vorteil: Den Himmel zu beobachten geht auch ganz gut alleine. Das Coronavirus macht da keine Probleme.

Polarstern weist den Weg

Wenn der Himmel nach Sonnenuntergang abdunkelt, sei die Venus als Abendstern besonders gut zu erkennen, sagte der ehemalige Astronomie-Lehrer Siegfried Dolch aus Angermünde. In „südwestlicher Richtung“ strahlt die Venus, die immer dichter an die Erde heranwandert, am Nachthimmel. Im April erreicht sie ihren größten Glanz. Wer nicht wisse, wie er am Himmel die Koordinaten bestimmt, für den gibt Dolch einen Tipp. „Man muss den Polarstern aufsuchen.“ Dieser liege bekannterweise im Norden. Um den Stern zu entdecken, sollte man sich am Sternbild des „Großen Wagens“ orientieren. Verlängert man die Hinterachse des „Großen Wagens“ fünfmal, landet man beim Polarstern, so der pensionierte Lehrer. Bis 1990 hat Dolch Astronomie an der EOS in Angermünde unterrichtet. Bei Bedarf gibt er heute noch Kinder und Jugendlichen in der Sternwarte Greiffenberg eine Anleitung zum In-den- Himmel-Schauen.

Die Venus ist nicht der einzige Planet unseres Sonnensystems, der jetzt zu sehen ist. In der Morgendämmerung tauchen nacheinander Jupiter, Saturn und Mars am Himmel auf. In den vergangenen Tagen habe der helle Mond am Nachthimmel viele Sterne überstrahlt. Mit der Abnahme des Mondes erstrahle jetzt aber auch der Sternenhimmel wieder heller. Die Sternbilder, die aktuell am Firmament zu entdecken sind, wechseln von den Winter- zu den Frühlingsbildern. Wenn der Himmel ab zehn Uhr richtig dunkel wird, ist das Frühlingsdreieck aus Löwe, Jungfrau und Bärenhüter zu sehen. Die hellsten Sterne Regulus, Spika und Arktur bilden ein strahlendes Dreieck. Zu Beginn des Aprils sind im Westen auch noch die Winterbilder aus kleinem und großem Hund, Stier, Zwilling, Fuhrmann und Orion zu entdecken. Immer früher versinken die Konstellation am Abend unter dem Horizont.

Drehbare Sternenkarte

Für die genaue Lokalisation der Sternbilder am Himmel empfiehlt Siegfried Dolch das Programm „Stellarium“, das man sich kostenlos auf Computer und Handy laden kann. Dieses digitale Planetarium bestimmt anhand des eigenen Standorts die genaue Konstellation am Sternenhimmel. Wer es lieber analog will, dem sei die Anschaffung einer drehbaren Sternenkarte beim Buchhändler seines Vertrauens angeraten.

Siegfried Dolch hat noch eine ganz besondere Empfehlung für den Blick in den Himmel. Es geht um die Internationale Raumstation ISS, die in 400 Kilometern Höhe über der Erde kreist. Wenn der Himmel in der Dämmerung dunkel ist, die ISS aber zugleich von der Sonne angestrahlt wird, dann ist sie deutlich am Himmel auszumachen. „Sie leuchtet wie ein heller Stern“, sagte Siegfried Dolch. Anfang April habe er die Raumstation zuletzt am Himmel über der Uckermark gesehen.

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Kommentare (2)

Ja, so ein Blick in den Himmel, lohnt sich immer! Mach ich jeden Tag! Nennt mich meinetwegen einen "Hans guck in die Luft". Aber unser Himmel anzugucken ist wirklich lohnenswert. Da entdeckt man nämlich auch Flugzeuge. Und zwar ziemlich viele. Sie fliegen zwar nicht auf offiziellen Flugrouten. Also auf Straßen am Himmel. Aber sie fliegen! Kreuz und Quer! Und überall hinterlassen sie ihre "Kondensstreifen". Also lasst uns ruhig ab und zu mal in den Himmel gucken und selbst beobachten.

Grundsätzlich gut geschrieben. Aber es muss nicht immer ein Bezug zu Corona hergestellt werden. Wir sind nicht alle von hinterm Mond.