SOLARPARKS

Boitzenburgern winken günstigere Stromtarife

Der Investor will Bürgern einen Solarparkbonus auf die Stromrechnung geben. Auch ein weiteres Angebot wäre denkbar.
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Hendrik Tödter von der GP Joule Think GmbH erläuterte, wie die Nahwärmeversorgung funktionieren könnte.
Hendrik Tödter von der GP Joule Think GmbH erläuterte, wie die Nahwärmeversorgung funktionieren könnte. Sigrid Werner
Boitzenburger Land ·

„Da kommt einer, stellt uns den Acker voll mit Modulen. Wir haben sie dann 30 Jahre vor der Nase. Der Investor verdient damit Geld. Und was haben wir davon?” Diese Frage war im Boitzenburger Land auch bei der Infoveranstaltung mehr als einmal zu hören. Investor Dietrich Twietmeyer hatte schon im Vorfeld davon gesprochen, der Gemeinde Beteiligungsangebote unterbreiten zu wollen. Eines davon könnte der Solarparkbonus sein. Als Dienstleister hat die Bioenergie Boitzenburger Land dafür die Stadtwerke Prenzlau gewonnen. Haushalte aus Wichmannsdorf, Haßleben und Kuhz, die mit den Stadtwerken Prenzlau einen Stromvertrag über UckerStrom regenerativ mit Solarparkbonus abschließen, erhalten darauf einen Bonus von bis zu maximal 200 Euro (200 Euro bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr). Im Vergleich zum Grundversorgungstarif der EON könnten Stromkunden bei einem Verbrauch von 4000 kWh fast 300 Euro sparen und kämen auf eine Jahresrechnung von 1139 Euro. Zum Vergleich: Stromkunden der Stadtwerke, die nichtregenerativen Uckerstrom ohne Bonus bezögen, zahlen 1313 Euro. Also auch da würde sich ein Umstieg noch lohnen.

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„Wir hoffen natürlich, auf diese Weise noch mehr Stromkunden gewinnen zu können”, erklärte René Otto, weshalb sich die Stadtwerke hier engagierten. Derzeit bedienen die Stadtwerke bereits 16.500 Stromkunden in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

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Investor Dietrich Twietmeyer hatte auf der Infoveranstaltung auch einen weiteren Partner präsentiert, der helfen könnte, die Kohlendioxidbilanz der Gemeinde zu verbessern. Die GP Joule Think GmbH bietet technische Lösungen an, wie Reststrom aus den Solarparks für eine kohlendioxidausstoßfreie Nahwärmeversorgung genutzt werden kann. Überschüssiger Strom der drei PV-Anlagen, zwei bis drei Prozent der Stromproduktion, könnte in sogenannten Power-to-Head-Anlagen (Kesseln oder Wärmepumpen) in Wärmenergie umgewandelt werden und damit Wohnhäuser mit Nahwärme versorgen.

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