EINSATZ ABGESCHLOSSEN

Bombenentschärfung hält Prenzlau in Atem

Hunderte Kreisstädter konnten die Nacht zu Freitag nicht zu Hause verbringen. Grund war ein Bombenfund: Um kurz vor 2.30 Uhr dann Entwarnung.
Sven Wierskalla Sven Wierskalla
Diese 100 Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hatte halb Prenzlau lahmgelegt.
Diese 100 Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hatte halb Prenzlau lahmgelegt. Facebook/Stadt Prenzlau
Allein die Feuerwehr war wegen der Bombe mit rund 70 Kameraden im Einsatz.
Allein die Feuerwehr war wegen der Bombe mit rund 70 Kameraden im Einsatz. Heiko Schulze
André Vogel vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gelang es, die Fliegerbombe unter schwierigsten Bedingungen unschädlich zu machen.
André Vogel vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gelang es, die Fliegerbombe unter schwierigsten Bedingungen unschädlich zu machen. Heiko Schulze
Prenzlau.

Prenzlau atmet auf am Freitagmorgen: Am Ende ist alles gut gegangen. In den frühen Morgenstunden um kurz vor 2.30 Uhr gelang es André Vogel und seinen Kollegen vom Kampfmittelbeseitigungsdienst bei Dunkelheit und eisiger Kälte, eine am Donnerstag entdeckte 100 Kilogramm-Weltkriegsbombe unweit des Bahnhofes zu entschärfen. Der Sperrkreis von 500 Metern rund um die Fundstelle wurde schon um 2.35 Uhr aufgehoben, so die Polizeiinspektion Uckermark. Inzwischen konnte der Sprengkörper sowjetischer Herkunft, der in der Endphase des Zweiten Weltkrieges eingesetzt worden war, abtransportiert werden.

Großer Sperrkreis und Evakuierungen

Ehe es soweit war, war der Prenzlauer Norden aber in helle Aufregung versetzt worden. Am späten Donnerstagnachmittag hatte ein Baggerfahrer bei Bauarbeiten im Umfeld des Verladeteils des Bahnhofes der Kreisstadt die Bombe entdeckt. Daraufhin musste zunächst ein Sperrkreis errichtet werden, in dem sich rund 850 Menschen befanden. Der Bahnverkehr in Prenzlau wurde umgehend komplett eingestellt, betroffen waren sowohl die Regional- als auch die Fernzüge. Ein Abschnitt der Bundesstraße 109 war ebenfalls zeitweise gesperrt.

Notunterkunft für Betroffene eingerichtet

Den ganzen Abend über bis nach Mitternacht brauchten zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei, Bundespolizei, freiwilliger Feuerwehr, Rotem Kreuz und Katastrophenschutz, um die Betroffenen zu evakuieren. In der Turnhalle der Artur-Becker-Grundschule wurde für die Evakuierten eine provisorische Notunterkunft eingerichtet. Das Krankenhaus im Norden Prenzlaus war allerdings nicht von der Räumung betroffen.

Entschärfung der Bombe weit nach Mitternacht

Erst nach Räumung des Sperrkreises, die nach Angaben von Dr. Andreas Heinrich, dem 2. Beigeordneten der Stadt Prenzlau, um 1.06 Uhr abgeschlossen war, konnte die Entschärfung der Bombe beginnen. Dr. Heinrich zufolge war die Aktion alles andere als einfach. Bei strengem Frost und Dunkelheit ließ sich der Zünder der 100 Kilogramm-Bombe sowjetischer Herkunft nur mit Vorsicht, viel Fachkenntnis und unter großen Schwierigkeiten durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst vom übrigen Sprengkörper entfernen. Der merklich erleichterte Dr. Andreas Heinrich sagte anschließend: „Wir sind André Vogel und seinem Kollegen sehr dankbar, dass ihnen die Entschärfung unter widrigsten Umständen gelungen ist. Für die Stadt und die Prenzlauer ist das eine gute Nachricht.”

Rasche Normalisierung der Lage

Um 2.35 Uhr wurde der Sperrkreis in der Nähe des Bahnhofes aufgehoben. Die insgesamt etwa 850 von der Evakuierung Betroffenen konnten – gegebenenfalls mit Unterstützung der Einsatzkräfte – in ihre Wohnungen im Norden der Kreisstadt zurückzukehren. Der Bahnverkehr ist seit dem frühen Morgen wieder mit den nach Fahrplan ersten Zügen angelaufen, versicherte Sprecher Gisbert Gahler von der Deutschen Bahn.

 

 

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