FEUER NACH FUNKENSCHLAG

Branddrama: Werkstatt des Glasdesigners vernichtet

Manchmal reicht ein heißer Funken aus, um alles niederzubrennen – diese Erfahrung musste Ende dieser Woche der berühmte Künstler Christian Breßler machen.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Auf die Ausstellungsräume in seinem alten Fachwerkhaus griff das Feuer glücklicherweise nicht über.
Auf die Ausstellungsräume in seinem alten Fachwerkhaus griff das Feuer glücklicherweise nicht über. privat
Christian Breßler ist ein über die Kreisgrenzen hinaus bekannter Künstler. Er steht auch dem Glaskunstverein  vor.
Christian Breßler ist ein über die Kreisgrenzen hinaus bekannter Künstler. Er steht auch dem Glaskunstverein vor. privat
Angermünde.

Unzählige Male schon ist in Christian Breßlers Werkstatt bei der Glasperlen-Herstellung heißes Material vom Stab auf den Boden getropft. „Meist ging die Glut sofort von allein aus“, sagt der Künstler aus Angermünde. Doch Ende dieser Woche hatte der 52-Jährige Pech. Um ein Haar wäre deswegen fast sein altes Fachwerkhaus abgefackelt. Mit Schrecken erinnert sich der Uckermärker an den Moment zurück, als der heiße Tropfen plötzlich zu Feuer wurde.

Alles in Flammen

„Ehe ich mich versah, stand schon alles in Flammen“, resümiert Christian Breßler einen Tag nach dem verheerenden Brand in seiner Werkstatt. Zum Glück hatte der renommierte Glaskünstler in dieser Situation intuitiv das einzig Richtige getan: „Ich rannte aus dem Raum raus und habe die Tür zugedrückt.“
Sekunden später hätten die Flammen aber schon durch die Türritzen gezüngelt, setzt er – noch immer geschockt – hinzu. „Ich habe dann mit einem Wassereimer versucht, sie zu ersticken.“ Dass ihm das wirklich gelungen ist, kann der Mann einen Tag nach dem Feuer noch immer kaum fassen. „Nicht auszudenken, wenn das auf meine Wohnräume übergegriffen hätte“, sagt der Vorsitzende des Glasvereins Joachimsthal im Gespräch mit dem Uckermark Kurier. So aber habe er die Lage schon fast im Griff gehabt, als die Feuerwehr eingetroffen sei, setzt der Freiberufler hinzu. 24 Stunden nach dem Ereignis hat sich Christian Breßler bereits einen Überblick verschafft: „Die Werkstatt ist komplett hin, die Fenster geborsten, alle Werkzeuge unbrauchbar, ebenso das Material. Aber die übrigen Räume sind Gott sei dank unversehrt – abgesehen vom Schmutz und Qualm, der mir vermutlich noch lange erhalten bleibt.“ Am Freitag wartete das Brandopfer auf den Gutachter, der abschließende Aussagen zum Schaden treffen sollte.

Er will kein Mitleid

Er selbst, so Breßler, habe eigentlich gar keine Muße, sich lange darüber zu grämen: „Es ist passiert, aber ich will kein Mitleid, sondern nach vorn schauen. Es hätte schließlich viel schlimmer kommen können.“ Dass er nach der Verkettung der unglücklichen Umstände dass einzig Richtige getan habe, rechne er sich selbst hoch an. „In der Konsequenz werde ich mir nun noch weitere, funktionstüchtige Feuerlöscher in Haus und Werkstatt stellen.“ Mit den Gedanken ist der Künstler aber schon bei seinem Event, den vom Verein veranstalteten Glaskunsttagen, die am 16. Juli in Joachimsthal beginnen und erwartungsgemäß wieder hunderte Besucher anlocken werden. Die Exponate, die er dort zeigen will, hätten zum Glück keinen Schaden genommen, sagt der berühmte Glasdesigner abschließend voller Dankbarkeit. Einen Verlust musste er aber noch hinnehmen: Die Gläser seiner Brille sind geborsten. Er muss erst einmal ohne auskommen.

 

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