Michaela Gartzke hofft auf ein Einlenken der Krankenkasse.
Michaela Gartzke hofft auf ein Einlenken der Krankenkasse. Privat
Kompressionsstrümpfe gibt es speziell für Brustkrebspatienten auch für die Arme.
Kompressionsstrümpfe gibt es speziell für Brustkrebspatienten auch für die Arme. Claudia Marsal
Kurz und schmerzlos – die Ablehnung des Antrags.
Kurz und schmerzlos – die Ablehnung des Antrags. Claudia Marsal
Streit mit Kasse

Brustkrebspatientin soll keinen Armstrumpf bekommen

Bis zu 300 Euro soll Michaela Gartzke aus Polßen selbst bezahlen, weil die DAK nach Chemo und OP keine Notwendigkeit für einen Armstrumpf sieht.
Prenzlau

Hinter Michaela Gartzke liegt eine schwere Zeit. Vor zwei Jahren war die zweifache Mutter an Krebs erkrankt. Bis heute ist die gelernte Bürokauffrau krankgeschrieben. Nach Chemo, Bestrahlung, Antikörpertherapie und OP hofft sie nun aber, irgendwann wieder richtig gesund zu werden, vor allem für ihre beiden Kinder, die Jüngste ist erst sieben Jahre alt. Doch sowohl die Krankheit als auch die Behandlungen haben Spuren bei der Alleinerziehenden hinterlassen. In Brust und Arm beispielsweise haben sich Lymphödeme gebildet. Um Schmerzen zu verhindern, wurde ihr deshalb von ihrer behandelnden Ärztin ein Armstrumpf zur Kompression verschrieben.

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„Ich war total glücklich und habe den Arm sofort im Sanitätshaus in Prenzlau ausmessen lassen. Dort war man sehr nett und wollte sich um die Abrechnung mit meiner Krankenkasse kümmern.” Man kann sich vorstellen, wie überrascht die 45-Jährige war, als wenig später ein Brief mit der Ablehnung der Kostenübernahme eintraf. Die zuständigen Bearbeiter begründeten ihr Nein mit der fehlenden medizinischen Notwendigkeit dieses Hilfsmittels. „Bin ich nicht mit meinem Brustkrebs schon genug gestraft”, fragt die Polßenerin entsetzt: „Kann einem das Leben mit so einer Verordnung nicht ein bisschen erleichtert werden?”

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Zur Lymphdrainage müsse sie jetzt ihr Leben lang gehen, weil sich in Brust und Arm so viel Flüssigkeit ansammelt, erklärt die Hartz IV-Empfängerin. So ein Armstrumpf wäre die sinnvolle Ergänzung dieser Behandlungen, weiß Michaela Gartzke. Aber sie hat keine Ahnung, wie sie diese Ausgabe schultern soll. „Die Krankheit hat mich schon finanziell an meine Grenzen gebracht. Und in erster Linie muss ich ja auch für meine Kinder sorgen.” Wer sich maßgeschneiderte Kompressionsstrümpfe ohne entsprechende Verordnung zulegen möchte, muss mit 200 bis 300 Euro Aufwand rechnen. Sie hofft deshalb, dass die Kasse noch einlenkt.

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