VERTRETER AUS DER UCKERMARK

Bundestagsabgeordnete uneins bei Organspende

Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 1000 Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Die Frage bleibt, wie sich das ändern lässt.
85 Prozent der Deutschen stehen der Organspende positiv gegenüber, aber nur gut 40 Prozent haben einen Spenderausweis. Me
85 Prozent der Deutschen stehen der Organspende positiv gegenüber, aber nur gut 40 Prozent haben einen Spenderausweis. Mehr als 1000 Menschen sterben auf der Warteliste für ein Spenderorgan – auch in der Uckermark. Waltraud Grubitzsch
Gespendete Organe können Leben retten.
Gespendete Organe können Leben retten. Emily Wabitsch
Berlin.

Die Abgeordneten im Bundestag haben sich zuletzt mehrheitlich gegen eine grundlegende Reform der Organspende in Deutschland ausgesprochen. Zur Debatte stand ein Antrag, der unter anderem von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD) eingereicht wurde. Er zielte auf die Einführung einer „doppelten Widerspruchslösung“ ab. Dies hätte bedeutet, dass grundsätzlich alle Menschen Organspender sind, bis sie dagegen widersprechen. Sollte kein solcher Widerspruch bekannt sein, können auch die Angehörigen noch widersprechen, deshalb doppelte Widerspruchslösung. Die Antragssteller erhofften sich dadurch eine Erhöhung der Spenderzahlen.

Aktuell gilt in Deutschland eine umgekehrte Regelung. Demnach sind Organentnahmen nur mit einem ausdrücklichen Ja der Betroffenen zulässig.

Zierke für „doppelten Widerspruchslösung“

Stefan Zierke (SPD), Bundestagsabgeordneter aus Prenzlau, stimmte für eine Einführung der doppelten Widerspruchslösung. Die Mehrheit der Menschen sei bereit zu spenden, aber der Weg zur Zustimmung (Registrierung) werde oft nur schwer gefunden, begründete er seine Entscheidung: „Daher wäre es einfacher, grundsätzlich Spender zu sein und zu widersprechen. Außerdem halte ich es für fair. Wenn ich was brauche, möchte ich auch was geben.“

Der Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen (CDU) aus Schwedt stimmte im Bundestag gegen die Einführung einer doppelten Widerspruchslösung bei der Organspende. Diese Neuregelung ginge von der Annahme aus „Schweigen ist gleich Zustimmung“, so Koeppen. Dies entspreche nicht seinem „Verständnis für das Selbstbestimmungsrecht der Menschen“. In einer aufgeklärten, liberalen Gesellschaft müsse jeder Spender seine bewusste Entscheidung nach einer intensiven Befassung individuell treffen können, so der Christdemokrat.

Werbung für mehr Organspenden

Einigkeit herrschte bei den beiden Abgeordneten in der Frage eines Reformbedarfs für die aktuelle Entscheidungslösung. Beide stimmten einem Antrag mit dem Ziel einer Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende zu. Dieser wurde mit großer Mehrheit vom Parlament beschlossen. Damit werden die Bürgerinnen und Bürger künftig öfters auf das Thema aufmerksam gemacht, etwa bei Arztbesuchen und Behördengängen.

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Kommentare (2)

Die Lösung für dieses Problem ist relativ einfach. Wenn mehr Spender erwünscht sind, sollten man einfach für die Spendenbereitschaft bezahlen! Das Austauschen nicht mehr funktionstüchtiger Organe ist mittlerweile ein Milliardengeschäft. Alle profitieren davon Ärzte, Krankenhäuser, Transportunternehmen, Empfänger. Nur der Spender bekommt keinerlei Gegenleistung. Bezahlt ein hübnsches Begräbniss für den Spender und schon wird dies Spendenbereitschaft zunehmen.

Wobei ich dringend von einer Spende abraten würde. Die Organe werden nie bei einen toten Menschen entnommen! Denn sonst wäre auch das Organ unbrauchbar.
Bei der Organentnahme wird die Bauchdecke vom Hals bis zum Schambein aufgeschnitten. Die Hautlappen werden so gehalten, dass eine „Wanne“ entsteht, die mit bis zu 15 Liter eiskalten Wassers gefüllt wird. Die Organe werden mit eiskalter Perfusionslösung durchspült, das Blut wird abgesaugt. Erst wenn das Herz mit Kühlflüssigkeit durchspült wird, tritt der Herzstillstand ein. Angehörige berichten, dass der zum Spender gemachte Mensch entstellt und nicht wiederzuerkennen ist.
Der Deutsche Berufsverband für Pflegekräfte e.V. (DBfK) stellt fest: „Die Würde des Menschen und die Achtung vor dem Tod treten gegenüber den Interessen der Transplantationsmedizin und wirtschaftlichen Interessen zurück.“

https://www.evangelisch.de/inhalte/152169/09-09-2018/bischof-meister-gegen-widerspruchsregelung-bei-organspende

Warum machen Sie den Leuten so eine Angst mit Ihrem Kommentar,nur weil Sie eine eigene Meinung haben was Organspende betrifft und kein Spender sein wollen aus welchen Gründen auch immer.
Werde jetzt nicht so ein Roman schreiben wie Sie,habe auch Ahnung davon wie es abläuft aber so bestimmt nicht.Es werden keine Menschen verunstaltet die noch gerettet werden können,und ich zb.hätte keine Lust halb Tod nich gerettet zu werden und wäre froh anderen dafür das Leben zu retten,alles andere was dann mit mir passiert ist mir völlig egal.Wir Leben alle nicht ewig und deshalb habe ich seit vielen Jahren ein Ausweis und was Sie jetzt völlig überraschen wird ist,daß ich sogar Körperspender bin und es auch mit der Familie abgesprochen ist,denn das meiste Geld fließt nach dem Tod in die Beerdigungsinstitute und Kirchen,aber Sie schreiben was von einem Milliardengeschäft bei Organspende.