Aus für Gasthof in Gerswalde
„Burgschloß“ hat seine Türen geschlossen

Das Gerswalder Schloss wurde aufwändig saniert.
Das Gerswalder Schloss wurde aufwändig saniert.
Thomas Kunsch

Im Juli 2018 hatte eine junge Gastronomin das Restaurant im Gerswalder Schloss gepachtet. Zum Jahresende wurde der Vertrag dann plötzlich gelöst. Die gemeinnützige Gesellschaft sieht keinen Sinn, einen neuen Pächter zu suchen.

Der Traum vom „Gasthof zum Burgschloß“ währte nicht lange. Das Lokal im Schloss Gerswalde ist schon wieder geschlossen. „Wir wurden im Oktober gebeten, den eigentlich bis zum 31.  Dezember   2019 laufenden Vertrag aufgrund der Erkrankung der Pächterin bereits zum 31.  Dezember 2018 aufzuheben“, erklärte Gerd Henselin, Leiter der GFB-Einrichtung (Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher mbH). Am 1.   Juli  2018 hatte eine gelernte Restaurantfachfrau und damalige Eventmanagerin im Schloss Boitzenburg den Gasthof, zu dem auch fünf Zimmer gehören, eröffnet. Das Konzept stand auf mehreren Beinen, und viele Gerswalder drückten der zweifachen Mutter die Daumen: Hochzeiten, Tagungen und Events sollten ebenso das Geld bringen wie der Mittagstisch für den Pflegedienst Uckermark-Pflege und das À-la-carte-Geschäft am Abend. Doch offenbar ging das Konzept nicht auf.

Gesellschaft will nicht mehr vermieten

„Wir haben uns nun entschieden, die Räumlichkeiten nicht mehr zu vermieten“ sagt Gerd Henselin auf Nachfrage des Uckermark Kurier. Bis 2014 war das Schloss Gerswalde innerhalb von fünf Jahren komplett saniert worden. Dort leben aktuell sieben Jugendliche; auf dem Gelände werden derzeit 35   Jugendliche betreut. Etwa eine Million Euro sind investiert worden. Entstanden waren dabei auch eine Pension und ein Bistro – beides wurde von zwei angestellten Mitarbeiterinnen geführt.

Doch schon 2014 musste Gerd Henselin gegenüber dem damaligen Landrat bei einer Besichtigungstour eingestehen, dass man geplant hatte, Jugendlichen im hauswirtschaftlichen Bereich Qualifizierungsmöglichkeiten anzubieten, diese geförderten Maßnahmen aber stark zurückgegangen seien. „Jemanden zu finden, der sich mit diesem Bistro beruflich selbstständig macht und davon leben kann, wird nicht möglich sein“, schätzte der Leiter vor vier Jahren ein.Danach fanden sich mit Guido Neumann vom Pflegedienst Uckermark-Pflege und der Restaurantfachfrau aber doch noch zwei Pächter, die ihr Glück versuchen wollten.

Langfristige Pachtverträge wollte die GFB allerdings nicht unterschreiben. Grund dafür seien die baulichen Voraussetzungen, erklärte Henselin. Die Medien seien nicht getrennt, eine gerechte Kostenaufteilung nicht möglich. „Wir selbst können das Bistro und die Pension aber auch nicht betreiben. Bei einem Minus würden wir unsere Gemeinnützigkeit aufs Spiel setzen“. Vorerst sei geplant, die Zimmer für den eigenen Bedarf zu nutzen. Eltern, die ihre Kinder besuchen möchten, könnten dort ebenso übernachten wie Teilnehmer von Fortbildungen.