Ärger in Prenzlau
Café-Betreiber räumt mit Gerüchten auf

So glamourös, wie das Café gestartet war, entwickelten sich die Umsätze leider nicht.
So glamourös, wie das Café gestartet war, entwickelten sich die Umsätze leider nicht.

Gastronomie in Citylage – das versprach das „Central“. Dann kam das Aus. Die Kritik an der Schließung wird lauter, nun spricht der Inhaber.

Das sommerliche Wetter führt zurzeit noch mehr Spaziergänger als sonst auf den Prenzlauer Marktberg. Doch zum Ärger vieler ist das dortige Café Central weiter dicht. Orhan Kiziltas, Inhaber mehrerer Apotheken und Sanitätshäuser, hat vor über einem Jahr den regulären Geschäftsbetrieb eingestellt, weil die Umsätze nicht kamen. Seitdem finden hier nur noch Schulungen für Mitarbeiter und hausinterne Feiern statt. Die Suche nach einem Nachfolger ist bislang nicht von Erfolg gekrönt. Größtes Problem dürfte die teure Innenausstattung sein. Über 200 000  Euro sollen damals in die Einrichtung geflossen sein. Orhan Kiziltas ist bewusst, dass die Zahl der Kritiker größer wird.

Keine Fördermittel kassiert

„Doch ich frage mich, wo all diese Menschen waren, als das Café noch geöffnet hatte. Hinterher sind die Leute immer schlauer, das unternehmerische Risiko trug und trage aber ich.“ Dazu zähle, so der 61-Jährige, dass er weiterhin seinen Verpflichtungen als Mieter nachkomme: „Ich habe für das Café auch keine Fördergelder bekommen.“

Ihn ärgert, dass er in der aktuellen Diskussion fast schon wie ein Betrüger dastehe, nur weil er aus unternehmerischer Sicht richtig gehandelt und die Notbremse gezogen habe. „Es kann jeder kommen und versuchen, es besser zu machen.“

Im Gespräch mit dem Mieter

Dass die gegenwärtige Situation nicht zufriedenstellend ist, darüber ist man sich auch beim Vermieter, der Wohnungsgenossenschaft, im Klaren. „Wir sind weiterhin im Gespräch mit Herrn Kiziltas“, erklärte Vorstand Hans-Peter Wolf auf Nachfrage. Konkret sei in den nächsten Wochen erneut ein Treffen geplant. Aber einen Nachfolger konnte auch Wolf nicht vermelden, obwohl es derzeit Gespräche mit Interessenten gebe...