An der Grundschule Boitzenburg kam es nach Information der stellvertretenden Amtsärztin Susanne Krasemann seit Schulbegin
An der Grundschule Boitzenburg kam es nach Information der stellvertretenden Amtsärztin Susanne Krasemann seit Schulbeginn zu einem vermehrten Ausbruchsgeschehen. Ines Markgraf
Landkreis Uckermark

Corona hat im Sommer keine Pause eingelegt

Die stellvertretende Amtsärztin des Landkreises Uckermark Susanne Krasemann warnt davor, das Infektionsgeschehen zu unterschätzen.
Prenzlau

Auf dem jüngsten Kreistag hat die stellvertretende Amtsärztin des Landkreises Uckermark Susanne Krasemann die uckermärkischen Abgeordneten für das Thema „Corona” sensibilisiert und auf Entwicklungstendenzen aufmerksam gemacht. Demnach steigt seit Wochen die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Infektionen hochgerechnet auf 100.000 Einwohner abbildet. Anfang September lag sie noch bei um die 200. Mit Stand von 22. September lag sie bei 314,6. „Die tägliche Fallzahl an Neuinfektionen in unserem Landkreis liegt aktuell um 100 pro Tag“, so Susanne Krasemann.

Reales Bild

Die statistischen Erhebungen des Gesundheitsamtes oder auch des Robert-Koch-Institutes (RKI) dürften dabei kaum ein reales Bild wiedergeben. „In die errechnete Inzidenz fließen ausschließlich durch einen PCR-Test bestätigte Fälle ein, positive Schnelltests werden dabei nach Vorgabe des RKI nicht berücksichtigt“, informierte sie.

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Tatsächlich ist es in der Praxis allerdings so, dass Infizierte nach einem positiven Schnelltest von ihren Hausärzten krankgeschrieben und in die Quarantäne geschickt werden. Wenn der Schnelltest nicht durch einen PCR-Test bestätigt wird, erfolgt vielfach auch keine Information an das Gesundheitsamt des Landkreises.

Kein Sommerloch

In ihrem Bericht stellte Susanne Krasemann fest, dass in diesem Jahr erstmalig kein sogenanntes Sommerloch zu beobachten gewesen sei. Die Inzidenz habe fast durchgehend um 300 gelegen, und das trotz deutlich reduzierter Testangebote und Informationspflichten. Umso wichtiger sei es, das Infektionsgeschehen weiter zu beobachten. „Aktuell sind fünf ambulante und eine stationäre Einrichtung betroffen, des Weiteren eine Behinderten- sowie eine Dialyseeinrichtung. Es gibt immer wieder Ausbrüche in den verschiedenen Krankenhäusern unserer Region, die durch unser Gesundheitsamt begleitet werden. Mit Beginn des neuen Schuljahres sind auch an den Schulen unseres Landkreises wieder diverse Ausbruchsgeschehen zu beobachten, darunter Grundschulen in Angermünde und Boitzenburg“, informierte die stellvertretende Amtsärztin. Zum Bild gehöre aber auch, dass leichtere Krankheitsverläufe zu beobachten sind und die Belegung von Intensivbetten mit Corona-Patienten momentan sowohl landes- als auch bundesweit auf einem recht niedrigen Niveau liegt.

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Die stellvertretende Amtsärztin ging auch auf eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch sogenannte Affenpocken ein. „Bisher sind bei Personen, die im Landkreis Uckermark gemeldet sind, keine Fälle von Affenpocken nachgewiesen worden“, sagte sie. Mit Stand vom 13. September sei indes in Deutschland bei 3551 Personen eine Infektion mit Affenpocken nachgewiesen worden.

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