GESUNDHEITSAMT UNTER STRESS

Coronainzidenz in der Uckermark nähert sich 300er Marke

Bei teilweise mehr als 90 Corona-Fällen an einem Tag funktioniert die Nachverfolgung im Gesundheitsamt der Uckermark nicht mehr. Aber es gibt Hilfe.
Insgesamt 15 Bundeswehrsoldaten sollen seit Montag bei der Kontaktverfolgung im Gesundheitsamt der Uckermark helfen.
Insgesamt 15 Bundeswehrsoldaten sollen seit Montag bei der Kontaktverfolgung im Gesundheitsamt der Uckermark helfen. Konstantin Kraft
Prenzlau.

Die Corona-Lage in der Uckermark spitzt sich zu. Hatte der Landkreis bereits am Freitag das erste Mal den kritischen Schwellenwert von 200 bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner überschritten, nähert sich dieser nun bereits der 300er Marke an. Wie das Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg mitteilte, kamen über das Wochenende 127 neue laborbestätige COVID-19-Fälle hinzu. Der Inzidenzwert lag damit am Montag um 8 Uhr bei 288,36. Laut aktuellen Zahlen gelten 507 Personen aus der Uckermark als aktiv erkrankt. Seit Beginn der Pandemie mussten bis dato 49 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion beklagt werden.

Landrätin alarmiert

„Unsere Zahlen sind in den letzten Tagen exorbitant gestiegen“, verdeutlichte Landrätin Karina Dörk (CDU) bereits am Freitag den Ernst der Lage. „Es ist jeden Tag für die Mitarbeiter im Gesundheitsamt die Nachverfolgung immer noch zu gewährleisten“, sagte Dörk. Am vergangenen Donnerstag etwa registrierte das Gesundheitsamt mehr als 90 neue Corona-Fälle in der Uckermark.

Bundeswehr unterstützt

Schon seit Beginn der Pandemie arbeitet das Gesundheitsamt an der Belastungsgrenze. Ein Stück weit Entlastung kommt durch die Amtshilfe der Bundeswehr. Bereits seit Oktober helfen Soldaten bei der Kontaktverfolgung in der Behörde aus. Zum Beginn dieser Woche sollte das Kontingent noch einmal aufgestockt werden. Insgesamt werden dann 15 Soldaten im Gesundheitsamt der Uckermark im Einsatz sein.

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Kommentare (5)

„Es ist jeden Tag für die Mitarbeiter im Gesundheitsamt die Nachverfolgung immer noch zu gewährleisten“, sagte Dörk.

Mittlerweile haben die Uckermark und Brandenburg eine höhere 7 Tage Inzidenz wie Berlin. Ich finde diese Situation für eine ländlich und dünn besiedelte Region wie die Uckermark ziemlich erschreckend. Offenbar halten sich einfach zuviele Menschen nicht an die Regeln, da sich das Virus nur bei nahen Kontakten in Räumen ohne Schutz überträgt. Oder woran liegt es, dass die Zahlen trotz Lockdown in der Uckermark stetig weiter angewachsen sind?
Sinnvoll fände ich es, wenn die Uckermark und Brandenburg jeweils auch den 7-Tage Reproduktionswert publizieren würde, der angibt, wieviel Personen eine Person im Durchschnitt ansteckt. Da könnte man abschätzen, ob die Corona-Welle langsam wieder abnimmt oder weiter anwächst.

Ein "positives" Seniorenheim reicht in UM, um bei der geringen Einwohnerzahl den Wert nach oben zu drücken.
Die eigentlichen Hotspots in UM sind Schwedt, Templin und Angermünde, nicht die ländlichen Bereiche in der Fläche oder die Kreisstadt.
Andere Regionen haben auch ganz andere Teststrategien.
In Berliner Krankenhäusern gibt es z.B. Pflegepersonal, das im Januar 2021 erstmals seit Beginn der Pandemie überhaupt wurde... nach 10 Monaten... ohne weiteren Kommentar...

"Ein "positives" Seniorenheim reicht in UM, um bei der geringen Einwohnerzahl den Wert nach oben zu drücken."

Das könnte der Fall sein, wenn die Uckermark deutlich mehr Seniorenheime hat als Berlin pro 100 000 Einwohner, weil man ja die Inzidenz pro 100 000 vergleicht. In Berlin gab es eigentlich auch grosse Ausbrüche in den Alten- und Pflegeheimen. Je mehr sich das Virus halt ausserhalb der Heime verbreitet, was ich auch für die Uckermark annehme, desto höher wird das Risiko, dass es in die Heime gelangt, trotz aller Schutzmassnahmen und Tests, nehme ich an.

Setzt man die Anzahl der Coronainfektionen mit der Einwohnerzahl in Relation, indem man den Prozentsatz der Infektionen pro Amt / Stadt berechnet, stehen übrigens Schwedt, Prenzlau, Angermünde klar besser da wie die ländlichen Regionen wie Brüssow, Gramzow, Gartz etc., d.h. es gibt prozentual mehr Infektionen in den ländlichen Regionen.
https://www.uckermark.de/index.phtml?La=1&mNavID=1897.1&object=tx,2203.741.1&kat=&kuo=2&sub=0