Frank Großkreutz (links) und seine Enkelin Emmy kamen mit Harry Schubert in die Redaktion und baten um Hilfe. Mittels ei
Frank Großkreutz (links) und seine Enkelin Emmy kamen mit Harry Schubert in die Redaktion und baten um Hilfe. Mittels eines Artikels wollen sie Unterstützer für ihre Rettungsaktion finden. Claudia Marsal
Die zwei großen Löcher sind aus der Luft gut zu sehen.
Die zwei großen Löcher sind aus der Luft gut zu sehen. Claudia Marsal
Drohnenbilder beweisen

Darum bleibt der Storch hier weg

Seit zwei Jahren wartete Frank Großkreutz aus Seehausen vergeblich auf Meister Adebar, der immer bei ihm brütete. Dann ließ er Luftaufnahmen machen.
Seehausen

Seit Frank Großkreutz zurückdenken kann, gab es Störche in Seehausen. Zur großen Freude des 63-Jährigen ließ sich der Adebar in den letzten Jahrzehnten sogar auf seinem Grundstück nieder. Auf dem Hof des Binnenschiffers steht ein Mast mit einem Nest, in welchem viele Vogelbabys das Licht der Welt erblickten. Doch zu seinem Leidwesen macht der Storch seit zwei Jahren einen großen Bogen um diese Behausung. „Das Paar kommt zwar im Frühjahr und begutachtet den Horst. Aber dann zieht es weiter. Wir wussten lange nicht, warum.” Gemeinsam mit seinem Kumpel Harry Schubert ging der bei einer Berliner Reederei beschäftigte Uckermärker der Sache auf den Grund. Sie hatten nämlich gehört, dass der Feuerwehrchef eine Drohne hat und baten diesen, von oben zu gucken, was Sache ist. Kurze Zeit später war das Rätsel gelöst.

Zwei große Löcher

Frank Großkreutz zeigte der Redaktion zwei Aufnahmen, die aus der Luft gemacht wurden: „Am Boden des Nistmaterials sind riesige Löcher zu sehen, durch die die Eier wahrscheinlich durchfallen würden.”

+++ In Neu Placht gibt Mutter Storch Flugunterricht +++

Harry Schubert und sein Bekannter würden diesen Zustand gern ändern, wissen aber nicht so recht wie: „Wir gehen davon aus, dass der Storch Hilfe dabei braucht. Denn anderenfalls hätte er den Zustand ja schon selbst behoben.” Deshalb haben sich die Männer an den Uckermark Kurier gewandt. Sie erhoffen sich von der Veröffentlichung, dass Fachleute auf ihre Sorge aufmerksam werden. „Wir würden die Leute ja bei der Reparatur unterstützen”, versichern die zwei: „Aber wir müssen uns zeitnah einen Plan machen, denn ehe man sich versieht, steht die Ankunft der Störche schon wieder vor der Tür.”

Storchenretter gesucht

Mut gemacht hätten ihnen die zahlreichen Veröffentlichungen über Storchenretter in der Heimatzeitung: „Man liest ja immer wieder, dass mit vereinten Kräften ein Nest gerettet und der Storch wieder angesiedelt werden konnte. Das wünschen wir uns auch für Seehausen.” Nicht zuletzt, weil Meister Adebar ja Kinderglück bescheren soll, wie Frank Großkreutz sagt: „Nachwuchs wäre schön in den Orten. Die Region braucht Menschen.”

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Er weiß sich da eins mit Enkeltochter Emmy. Die Siebenjährige bewundert ihren Opa für sein Engagement und betonte im Interview, dass sie Störche total schön finde. Beide räumten ein, dass es in Seehausen zwar ein weiteres Nest gebe, beim „Bäumi Hof”. Aber es sei eben noch eine ganz andere Sache, wenn man das Treiben der Vögel vom eigenen Haus aus beobachten könne, setzte der Großvater hinzu: „Und ein Zuviel kann es bei Störchen ja gar nicht geben. Jeder einzelne Vogel ist wichtig.”

Schlechtes Jahr für Adebar

Die aktuellen Zahlen des Naturschutzbundes (NABU) bestätigen das. Sie verzeichnen 1243 Horstpaare in Brandenburg. Daraus ergibt sich eine Storchendichte von 4,22. Das Jahr 2021 war laut NABU ein weiteres schlechtes Storchenjahr. Die Ursachen dafür seien eine späte Ankunft wegen schlechter Witterung am Bosporus, mangelhafte Nahrungsgrundlagen aufgrund intensiver Landwirtschaft und hohe Verluste durch Starkregen gewesen. Es hatten 888 Storchenpaare flügge Junge, 355 dagegen nicht. Damit blieben 28,6 Prozent der Paare ohne Nachwuchs.

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