Die Initiatoren des Runden Tisches von Prenzlau würden sich über weitere Interessenten freuen.
Die Initiatoren des Runden Tisches von Prenzlau würden sich über weitere Interessenten freuen. Privat
Runder Tisch in Prenzlau

„Das Bedürfnis nach Aufarbeitung ist groß”

Fazit der Organisatoren: „Angesichts der Sorgen vieler Bürger können wir nicht darauf warten, bis Gras über die sozialen Wunden gewachsen ist.”
Prenzlau

„Obwohl der momentane Eindruck vermuten lässt, dass die gesellschaftliche Krise, ausgelöst durch die Ausrufung der Coronapandemie im März 2020 durch die WHO, Vergangenheit ist, besteht weiterhin ein breit gefächertes Bedürfnis nach Aufarbeitung der hinter uns liegenden Zeit“ – dieses Fazit ziehen die Organisatoren des Runden Tisches nach ihrer zweiten Sitzung in Prenzlau: „Die gesellschaftlichen und privaten Verwerfungen der letzten zweieinhalb Jahre legen nachhaltig ihre Schatten auf unser Miteinander. Unser Gemeinwesen hat gelitten, Sprachlosigkeit und Spaltung stehen vielerorts wie der berühmte rosa Elefant im Raum. Ihn zu ignorieren, kann keine tragfähige Basis für ein gelingendes Miteinander in der Zukunft sein. Angesichts der Sorgen vieler Bürger können wir nicht darauf warten, bis das sprichwörtliche Gras über die sozialen Wunden unseres Gemeinwesens gewachsen ist.“

+++ Kluft zwischen offizieller Doktrin und persönlichem Erleben +++

Jana Franke-Frey und Nathalie Percillie ließen in Absprache mit den anderen Teilnehmern in einem Brief an den Uckermark Kurier wissen, dass die aktuellen politischen Kontroversen zunehmend an Schärfe im Ton gewinnen: „Das Verurteilen von Menschen mit anderen Meinungen ist an der Tagesordnung. Gesellschaftliche Ausgrenzung und Diffamierung dürfen aber nicht unser Miteinander bestimmen. Dafür braucht es: Reden und Hören und einen sicheren Rahmen, der allen Sichtweisen Platz zum Atmen lässt.“

Lesen Sie auch: Corona-Demonstranten fordern Runden Tisch mit Schwesig

Beim zweiten Runden Tisch hätten sich Menschen im Alter von 18 bis 60 Jahren aus den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Kultur, Wissenschaft und Agrarwirtschaft in Prenzlau getroffen, heißt es weiter: „Aufgrund einiger kurzfristiger Absagen überwog der Anteil der Maßnahmenkritiker, was den Austausch allerdings nicht weniger konkret und bewegend für alle Beteiligten machte. Es kamen trotzdem verschiedene Perspektiven zu Wort. Eine Vielfalt von Wahrnehmungen und Interpretationen wurden gehört. Ziel war es nicht, zu einem Konsens zu kommen oder richtig und falsch zu definieren. Wer mag schon entscheiden, welche Perspektive die allgemeingültige sein kann? Ziel war es, den persönlichen Blickwinkel aller Teilnehmenden auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sichtbar zu machen.”

Geimpft/ungeimpft – egal!

In drei Stunden konzentrierten Austauschs wurden individuelle Erfahrungen in bewegender Fülle gehört; Ideen, Gedanken und Zukunftsvisionen vorgestellt.“ Im vielfältigen Feedback der Teilnehmer waren unter anderem folgende Aussagen zu hören: „Mehr Demut – meine Meinung muss nicht die Richtige sein.“ „Geimpft-ungeimpft, das ist nur eine Facette desjenigen, nicht der ganze Mensch. Es gibt wichtigere Dinge.“ „Viele denken das Richtige, einige sagen das Richtige, aber ohne Ton, es braucht den Ton.“ „Das was ich vorhin von Ihnen hörte, war mir neu, das nehme ich mit.“

Ebenfalls interessant: Corona-Kritiker nicht diffamieren

Am 28. September wird der dritte Runde Tisch unter Schirmherrschaft der Bürgerinitiative Lindenkreis in Prenzlau stattfinden. Hier werden sich wieder Einwohner aus der Region treffen. Eingeladen sind Menschen aus der Organisationsstruktur des Landkreises, Mediziner, Psychologen und Mitarbeiter aus dem Bereich Bildung.

Ein vierter Runder Tisch ist für den 26. Oktober 2022 anberaumt. Menschen mit Interesse an weiterführenden Informationen und Gesprächsbedarf können sich gern an folgenden Kontakt wenden: [email protected]

zur Homepage