MUTIGER BAUHERR

Das „Schwarze Haus“ von Prenzlau sorgt für Aufregung

Mutig, mutig – was Bauherr Stefan Mohnke in der Brüssower Straße gewagt hat. Nach Fertigstellung der Fassade machte ihm allerdings eine Sache Sorge.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Die insgesamt acht Mietwohnungen sind bereits zur Hälfte vermietet, obwohl erst der Rohbau fertig ist.
Die insgesamt acht Mietwohnungen sind bereits zur Hälfte vermietet, obwohl erst der Rohbau fertig ist. Claudia Marsal
Prenzlau.

Größere Bauvorhaben werden vermutlich in jedem Ort von der Allgemeinheit sehr kritisch begleitet. Prenzlau macht da keine Ausnahme. Stefan Mohnke war deshalb schon klar, dass seine mutige Fassadengestaltung in der Brüssower Straße nicht unkommentiert bleiben wird. Er hatte sich beim Anstrich seines jüngsten Sanierungsobjekts nämlich für ein kräftiges Anthrazit entschieden. Der ungeübte Betrachter könnte es sogar leicht mit Schwarz verwechseln, räumte der 47-Jährige auf Nachfrage lachend ein. „Die Idee dazu schwirrte schon ewig durch meinen Kopf”, verriet der Eigentümer im Gespräch mit dem Uckermark Kurier: „Aber ich hatte lange nicht das passende Haus dafür. Wenn, dann muss auch alles stimmen.”

Bei diesem Gebäude habe es dann endlich gepasst, setzt er erklärend hinzu: „Ich finde, dass sich das Dunkle schön einfügt ins Straßenbild.” Darüber gehen die Meinungen allerdings weit auseinander. Vor allem in den sozialen Netzwerken wird die Farbgebung bereits heftig diskutiert. Stefan Mohnke ist das fast egal, wie er sagt.

Schlüpferrosa und Mintgrün

„Prenzlau hat genug Fassaden in Schlüpferrosa und Mintgrün”, spitzte der Investor, der auch Inhaber eines Nutzfahrzeughandels ist, bewusst zu: „Das kann dann ich wirklich nicht mehr sehen.”

Schlimmstenfalls hätte ihm die Stadtverwaltung noch nachträglich Probleme bereiten können, räumte er ein. „Aber ich hoffe, dass es nicht so weit kommt, dass ich überstreichen lassen muss.” Dann wären nämlich die bereits für Farbe, Gerüst und Handwerker investierten 20 000 Euro in den Sand gesetzt gewesen. Doch von Seiten des Rathauses gibt es Entwarnung. Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) teilte am Nachmittag mit, dass der Bauherr, so wie es die Erhaltungssatzung vorschreibt, eine entsprechende Genehmigung beantragt und vom Bauordnungsamt des Landkreises auch erhalten habe. „Dies soll dem Erhalt der städtebaulichen Eigenart in diesem Gebiet dienen.”

Keine Farbvorgabe

Eine konkrete Farbvorgabe, so Sommer, sehe aber weder die Erhaltungssatzung vor, noch ergebe sich dies aus der Baugenehmigung selbst: „Hier ist der Bauherr selbst verantwortlich. Die Bewertung dieser Farbgestaltung liegt natürlich im Auge des Betrachters. Die Stadt ist grundsätzlich froh, dass es Bauherren gibt, die solche ruinösen Gebäude sanieren und damit neuen Wohnraum in Prenzlau schaffen.”

Dieses Lob freut den vierfachen Vater natürlich sehr. Genauso wie die Vermietungssituation. Die Hälfte der insgesamt acht 4- und 5-Raum-Wohnungen ist schon vergeben. Und auch für den Rest der hochwertig sanierten Domizile gibt es schon Interessenten, wie Stefan Mohnke versichert. Der seit 1997 selbstständige Unternehmer hatte sich 2004 erstmals in der Stettiner Straße an eine Modernisierung gewagt und im Laufe der Zeit Gefallen daran gefunden, das Stadtbild mitprägen zu können: „Ich bin in Prenzlau tief verwurzelt und freue mich über den Wandel hin zu einer schönen, modernen Stadt.”

 

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