BABYLEICHE IN DER UCKERMARK

Das tote Mädchen trieb im Wasser

Sechs Jahre nach dem ungeklärten Tod eines Neugeborenen in der Uckermark beschäftigt die Kripo erneut ein ähnlicher Fall. Gibt es Parallelen?
Trügerische Idylle an der Friedrichsthaler Wasserstraße – hier wurde erneut ein totes Baby gefunden.
Trügerische Idylle an der Friedrichsthaler Wasserstraße – hier wurde erneut ein totes Baby gefunden. Uwe Werner
Prenzlau.

Einen Tag nach dem grausigen Fund einer Babyleiche in Schwedt werden immer mehr furchtbare Details bekannt. Die Mordkommission Eberswalde hat die Ermittlungen aufgenommen. Herrin des Verfahrens ist die Staatsanwaltschaft in Neuruppin. Dort bestätigte Oberstaatsanwalt Dr. Andreas Pelzer auf Nachfrage des Uckermark Kurier, dass es sich bei dem toten Kind um ein Mädchen handelt. Das Neugeborene trieb am Sonntagnachmittag leblos im Wasser, als es von einem Spaziergänger in Höhe der Schleuse an der Friedrichsthaler Wasserstraße entdeckt wurde. Die Polizei hatte den Fundort bei Hohenfelde daraufhin weiträumig abgesperrt und Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts aufgenommen. Kurz darauf wurde die Obduktion des kleinen Körpers angeordnet.

Ungeklärter Tod

Doch das Ergebnis der am Montag durchgeführten Autopsie brachte die Kriminalisten in puncto Todesursache nicht weiter. Es ist weiterhin unklar, woran das Baby starb. Auch zu seiner Herkunft können die Ermittler bislang keine Aussagen treffen. In der Umgebung fragen sich jetzt viele, ob es einen Zusammenhang zu einem ähnlichen Fall vor sechs Jahren gibt. Im Mai 2014 war nahe Friedrichsthal schon einmal ein totes Neugeborenes entdeckt worden. Bis heute weiß niemand, wer die Mutter war. Damals hatten Arbeiter die in eine schwarze Plastetüte gesteckte Leiche beim Mähen gefunden.

Babyklappe in Potsdam

Ob es diesmal Bekleidung oder Zubehör gab, ließ Dr. Pelzer auf Nachfrage offen. Sollte das der Fall sein sollte, wird man damit vermutlich später in die Öffentlichkeitsfahndung gehen.

In Brandenburg gibt es im St. Josefs-Krankenhaus in Potsdam-Sanssouci eine Babyklappe. Seit 2014 haben Mütter auch die Möglichkeit einer „vertraulichen Geburt“, die es ihnen ermöglicht, vorerst anonym zu bleiben.

 

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