Allein auf weiter Flur – doch das Amt nahm Anstoß daran.
Allein auf weiter Flur – doch das Amt nahm Anstoß daran. privat
Dieses Schreiben ging der Uckermärkerin zu.
Dieses Schreiben ging der Uckermärkerin zu. Claudia Marsal
Verwarngeld

Das war eine teure Pilzpfanne

Aktuell wird der Wald als Freizeitstätte immer beliebter. Auch die Uckermärkerin Ulrike Beckmann fährt oft raus. Das letzte Mal hatte aber ein Nachspiel.
Prenzlau

Ulrike Beckmann liebt den Herbst. Wann immer es ihre Zeit erlaubt, fährt die 40-Jährige raus in die Natur; zum Wandern, zum Joggen oder sehr gern auch zum Pilzesammeln. Zu ihren Lieblingsorten gehört ein alter Buchenwald im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Dort ist die zweifache Mutter sehr oft unterwegs, vor allem jetzt, wo Corona ein Umdenken im Freizeitverhalten erfordert. Der letzte Waldspaziergang mit Pilzmission kommt sie allerdings teuer zu stehen: Zwei Wochen nach dem Ausflug fand die Angestellte einen Verwarngeldbescheid im Briefkasten vor. 25 Euro muss die Uckermärkerin berappen, weil sie ihren Wagen an der Straße K7346 zwischen Angermünde und Altkünkendorf auf einem unbefestigten Seitenstreifen abgestellt hatte.

Unbefestigter Seitenstreifen

Die Behörde bezieht sich bei der Ahndung des Parkverstoßes auf Paragraph 2 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung, wonach Fahrzeuge die Fahrbahn benutzen müssen. Der unbefestigte Seitenstreifen sei, so der Wortlaut der Verwarnung, nicht deren Bestandteil. Wenn er nicht ausdrücklich durch ein Verkehrsschild als Parkbereich ausgewiesen sei, gelte dort stets Parkverbot. Ulrike Beckmann versuchte zunächst, sich das Ganze schönzureden: „Immerhin wurde meine Knutschkugel auf dem Foto ja gut getroffen.“ Aber eigentlich findet sie die Strafe unangemessen. Ihrer Meinung nach sollten die Ordnungsämter Wichtigeres zu tun haben, als im Wald einsame Parksünder zu jagen; beispielsweise auf Menschen draufzugehen, die das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit missachten, Kippen wegwerfen oder Müll illegal entsorgen.

„Aber nein, da werden lieber heimlich Fotos gemacht.“ Ihr sei nicht bewusst gewesen, dass man in dieser Ausbuchtung nicht stehen dürfe. „Der Kollege vom Amt hätte sich doch nichts vergeben, erstmal eine freundliche Ermahnung hinter den Scheibenwischer zu stecken“, sagt sie abschließend.

zur Homepage