MÜTTERCHAT IN DER UCKERMARK

Dem Mythos Geburt auf der Spur

Mütter aus der Uckermark sollen sich künftig im Internetchat austauschen können. Die 30-jährige Initiatorin Jana Rothe lädt Frauen zum Plaudern ein.
Jede Frau erlebt eine Geburt anders.
Jede Frau erlebt eine Geburt anders. Felix Heyder
Prenzlau.

Jana Rothe ist Mutter von zwei Kindern. Ihr Nachwuchs kam in der Uckermark per Hausgeburt zur Welt. Sie wollte das so. Doch die Hürden waren hoch, wie die junge Frau sagt. Sie habe in dieser Situation vor allem die Unterstützung bei der freien Wahl des Geburtsortes vermisst, resümiert die 30-Jährige: „In der Region gibt es nämlich weder Geburtshaus noch Hausgeburtshebammen.” Gemeinsam mit ihrer Hebamme und zwei bekannten Müttern hat die Uckermärkerin deshalb eine Initiative gegründet, die die Geburtshilfe in der Region zum Thema hat.

„Die Krankenkassen behaupten ja immer, es gebe hier genug Hebammen, doch dem ist leider nicht so. Die nächsten Hausgeburtshebammen – zwei an der Zahl – sind in Eberswalde und in Brodowin zu finden. Der Weg ist oft zu weit für sie, sodass Frauen ihre Kinder alleine zu Hause bekommen oder ins Krankenhaus müssen”, beklagt Jana Rothe. Wegen der hohen Kaiserschnittrate in Kliniken hat die Initiative wiederholt das Gespräch mit der Politik gesucht, wie die Initiatorin versichert.

Thema Geburtshilfe

In der Zwischenzeit gab es sogar schon eine Konferenz zum Thema Geburtshilfe mit Vertretern der frühen Hilfen, dem Netzwerk Gesunde Kinder, der IG Frauen und Familie und vielen anderen.

„Wir haben auch eine Demonstration in Angermünde organisiert und zwei Filmvorführungen”, erzählt die hauptberufliche Kinderpflegerin. In den sozialen Medien wurden von der Initiative darüber hinaus Geburtsberichte von Frauen aus der Uckermark veröffentlicht. Das nächste Angebot soll eine Online-Frauenrunde zum Thema „Meine Geburt” sein. „Wir erleben nämlich immer wieder, dass im Alltag von 'Horror-Geburten' erzählt wird. Kaiserschnitte, Gewalt unter der Geburt, Verbot von Positionswechseln unter der Geburt, Anschreien der Gebärenden und so weiter. Weil wir aber Frauen sind, die ganz wunderbare Haus-, Geburtshaus-, und auch Krankenhausgeburten erlebt haben, wünschen wir uns, uns darüber wertschätzend austauschen zu können. Da wir alle Kinder haben, arbeiten gehen und ziemlich verstreut wohnen, ist es schwer, dass alle sich zum gleichen Termin treffen können. Daher jetzt ein Online-Angebot, das in Zukunft hoffentlich auch in 'Echt' stattfinden kann. Wir wünschen uns, dass hier jede Frau erzählen kann, was ihr auf dem Herzen liegt und dass wir einen positiven Austausch zum Thema Geburt kultivieren können. Denn wohl jede Frau, die ein Kind zur Welt gebracht hat, hat erlebt, dass die Geburt sie verändert und viel Kraft darin steckt.”

Treff auf Zoom

Die Gruppe trifft sich erstmals am Freitag, dem 29.Mai, auf Zoom. Das ist eine Internetplattform, auf der Videokonferenzen abgehalten werden können. Los geht es um 21 Uhr. Den Zugangslink schicken die Organisatoren per E-Mail zu. Dazu sollten interessierte Frauen einfach eine Nachricht mit ihren Kontaktdaten schreiben. „Wir melden uns dann bei ihnen”, versichert Jana Rothe.

Email: geburtshilfe.um@debdabe.net

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