Dr. Wilfried Nelles ist am Mittwoch, dem 18. Mai, ab 18 Uhr in der Malchower Kirche zu erleben.
Dr. Wilfried Nelles ist am Mittwoch, dem 18. Mai, ab 18 Uhr in der Malchower Kirche zu erleben. Privat
Geistige Pandemie

„Der Feind ist viel größer als dieses Virus”

Der Psychologe Wilfried Nelles versucht zu ergründen, was in den letzten Jahren passiert ist. Wer mit ihm diskutieren mag, kann das in der Uckermark.
Prenzlau

„Gibt es eine Logik in all dem Unlogischen der Coronakrise – eine Wahrheit in all den Lügen? Es scheint, als ob vieles auf einen gemeinsamen wunden Punkt zuläuft, eine allen gemeinsame Wunde oder Geisteshaltung, die den globalen gleichschritthaften Reflex wie automatisch auslöst.” Diese Meinung vertritt Dr. Wilfried Nelles, Jahrgang 1948. Der Psychologe ist der nächste Gast, den Interessenten in der Kirche Malchow bei Prenzlau erleben können. Er hat sich für Mittwoch, den 18. Mai, ab 18 Uhr dort angesagt. Nelles ist Autor vieler Bücher, die in zehn Sprachen übersetzt wurden. In seinen letzten beiden Publikationen „Die Welt, in der wir leben. Das Bewusstsein und der Weg der Seele“ und „Also sprach Corona. Die Psychologie einer geistigen Pandemie“ beschreibt er die Entwicklung des modernen Bewusstseins, und die Sackgasse, in die dieses Bewusstsein die Menschheit führt, und skizziert Wege, die darüber hinaus in ein erwachsenes Bewusstsein führen.

Natur ist der eigentliche Feind

In einem Beitrag für das Magazin Multipolar schrieb der Sozialwissenschaftler aus der Eifel: „Ob Drosten, Merkel, Lauterbach, ob Macron, Johnson oder Biden: Sie sind 'Kreuzritter' in einem Krieg, den die Menschheit schon lange heimlich führt und der jetzt von der kalten in die heiße Phase geht. Der Feind ist viel größer und vielfältiger als dieses Virus. Die Natur ist der eigentliche Feind.”

+++ Pandemie und Krieg zehren an den Risikoreserven im Mittelstand +++

Gewiss gebe es viele Einzellogiken, die aus der Sicht eines jeweiligen Interesses sinnvoll erscheinen mögen, heißt es darin weiter: „die Logik der Angst, und zwar nicht nur der von „oben“ inszenierten oder geschürten, sondern auch die der ganz natürlichen menschlichen Angst vor Krankheit und Tod und davor, aus dem sozialen Konsens ausgeschlossen zu werden; auch die Logik der Angst der Regierenden, etwas falsch zu machen und auf Sicherheit zu gehen und deren Übertragung auf die Bevölkerung, um besser herrschen („durchregieren“) zu können; die Logik der Medien, mit Katastrophenszenarien Aufmerksamkeit und Auflagen zu erzielen; die Logik der unermesslichen Gewinne großer Konzerne und des Ausbaus ökonomischer Machtpositionen und der vielen einzelnen finanziellen Interessen, die im Spiel sind; die Logik der beruflichen Karrieren von Wissenschaftlern, Politikern, Medienleuten; die Logik einer Politik, die sich verrannt hat und jetzt nicht mehr zurück kann, ohne ihr totales Scheitern einzugestehen, oder die eines kaputtgesparten und überbürokratisierten Gesundheitssystems, und vieles andere mehr.”

Alle auf Pandemiekurs

Dies alles erkläre jedoch nicht den fast weltweiten, zumindest das westliche Europa und Amerika beherrschenden Einklang, der in dieser Krise zu beobachten ist, betont der Psychologe: „So groß die Macht des Geldes auch sein mag: dass nicht nur einzelne Zeitungen oder der öffentlich-rechtliche Rundfunk, sondern praktisch alle Print-, Fernseh- und Rundfunkmedien von einem Tag auf den anderen in der gesamten westlichen Welt auf Pandemiekurs schalten und fast alle Journalisten, die sich sonst vor keinem Gefecht scheuen, dabei brav mitmachen, ist mit der Macht dieser Interessen allein nicht zu erklären.” Dasselbe gelte für das Handeln der Politiker, die, wenn man die so genannten „rechtspopulistischen“ Parteien einmal ausnimmt, alle gleich reagierten. „Dafür gibt es nur eine Erklärung: Diese Interessen und/oder das Virus selbst müssen auf einen gemeinsamen wunden Punkt, eine allen gemeinsame Wunde oder Geisteshaltung treffen, die diesen gleichschritthaften Reflex quasi automatisch auslöst.”

Die Welt, in der wir leben

Wer erfahren möchte, welche Überlegungen Dr. Wilfried Nelles zu diesem Phänomen angestrengt hat, der kann sich den Gesprächabend vormerken.

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Was Corona anbelangt, sagt Nelles: „Man wird des Themas ja auch mal müde, und meine Fragen gehen eigentlich weit über Corona hinaus. Was sagt uns das alles über die Welt, in der wir leben? Was sagt es über unser Bewusstsein, unsere Idee von Fortschritt. Gibt es den – wenn ich den Ukraine-Krieg jetzt mit hereinnehme – gibt es den überhaupt? Was ist/kann Wissenschaft? Woran orientieren wir uns? und, vor allem: Was heißt leben, was sterben? Wie verhalten wir uns zum Tod (und anderen unverrückbaren Tatsachen des Lebens)? Hören wir, was er uns zu sagen hat, oder wollen wir ihn „wegmachen“, vernichten, ausrotten? Es wäre schön, wenn es uns gelänge, diese und ähnliche Fragen im Dialog zu erörtern und uns nicht an Corona und am Versagen der Politik und der Medien festzubeißen.”

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