SCHWERER START

Deshalb spielt diese junge Mama abends Lehrerin

Madleen Rehpenning-Putzmann war in der Schule nicht die Fleißigste. Das rächte sich bitter. Doch dann fand sie den Traumjob und hat sich etwas geschworen.
Madleen Rehpenning-Putzmann
Madleen Rehpenning-Putzmann Claudia Marsal
Prenzlau.

Madleen Rehpenning-Putzmann denkt nicht gern an das Ende ihrer Schulzeit zurück. Mit einem eher mittelmäßigen Zeugnis in der Tasche gestaltete sich die Lehrstellensuche für die heute 31-Jährige schwierig. Anders als 2019 kamen damals viel mehr Bewerber auf einen freien Platz. Spätestens als die hundertste Ablehnung eintraf, wusste die junge Frau, dass sie sich im Unterricht hätte befleißigen müssen. Doch da war es erst einmal zu spät. In der Hoffnung auf einen Job trat sie unzählige Praktika an. Sogar fürs unbezahlte Probearbeiten in der Gastronomie war sich Madleen Rehpenning-Putzmann nicht zu schade.

Letztlich wurde es dann eine Kosmetikerlehre. „Das war die erste Zusage, die kam. Ich habe sofort zugegriffen”, erinnert sich die zweifache Mutter zurück. Doch glücklich wurde sie in diesem Beruf nicht. „Das lag mir einfach nicht”, resümiert sie traurig. Als sich kurz darauf die Möglichkeit bot, an der Medizinischen Schule Prenzlau noch einmal umzusatteln, musste Madleen Rehpenning-Putzmann nicht lange überlegen: „Ich war eine von sechs Teilnehmerinnen, die dort bis 2011 die erste und meines Wissens bis heute auch einzige Ausbildung zum Podologen durchliefen.”

Medizinische Schule

Bis heute ist sie dankbar für diese Chance, die ihr den Start in ein erfülltes Berufsleben sicherte. „Denn Füße sind voll und ganz mein Ding”, schwärmt die junge Frau. Viele könnten diese Begeisterung wahrscheinlich nicht nachvollziehen, setzt sie nachdenklich hinzu: „Aber mich macht es glücklich, wenn ich Menschen dadurch Lebensqualität zurückgeben kann.” Vor allem in unserer überalterten Gesellschaft hätten immer mehr Leute Probleme podologischer Natur, resümiert die Fachfrau. Insbesondere die Alten seien happy, wenn sie nach Jahren der Einschränkung und Qual endlich wieder richtig laufen könnten.

Hervorragende Ausbildung

Doch dazu bedürfe es eben auch ganz fundierter medizinischer Kenntnisse, ist ihr bewusst: „Der einfache Fußpflegerabschluss reicht in Problemfällen nicht.” Umso dankbarer ist Madleen Rehpenning-Putzmann im Rückblick für die hervorragende Ausbildung an der Medizinischen Schule. Viele Jahre hat sie ihre Kenntnisse in den Dienst einer Prenzlauer Podologie-Praxis gestellt. Nun heißt es Abschied nehmen. Sie tritt im Januar 2020 eine neue Stelle in Pasewalk an. Weil das näher an ihrem Wohnort ist und sie sich durch den Wegfall der Fahrtzeit und eine Stundenreduzierung mehr Zeit für die Familie erhofft. Dort wartet nämlich allabendlich ihr zweites ehrgeiziges Projekt: Ihre beiden Kinder sind fünf und 13 Jahre alt und sollen von ihr alle erdenkliche schulische Unterstützung bekommen, „damit sie später mal ein besseres Zeugnis und damit auch bessere berufliche Chancen haben.” Dafür setzt sie sich jeden Abend mit ihnen zum Lernen hin, bereitet Arbeiten vor und büffelt mit ihnen Vokabeln.

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