AUSNAHMEREGELUNG

Die Problemfüße werden dankbar sein

Beautystudios sind seit Wochen dicht. Aber medizinische Fußpflege ist erlaubt. Das freut Stefanie Meißner aus Holzendorf mit Blick auf die Patienten.
Stefanie Meißner darf ihre Kunden weiter behandeln.
Stefanie Meißner darf ihre Kunden weiter behandeln. Claudia Marsal
Blick in den Wartebereich ihres Salons
Blick in den Wartebereich ihres Salons Claudia Marsal
In ihrem Studio arbeitet sie mit Naturprodukten von Anke Thoma.
In ihrem Studio arbeitet sie mit Naturprodukten von Anke Thoma. Claudia Marsal
Hier geht das Licht nicht aus.
Hier geht das Licht nicht aus. Claudia Marsal
Holzendorf ·

Bis zum Schluss hatte Stefanie Meißner gehofft, dass der erneute harte Lockdown die Lichter in ihrem Studio nicht endgültig ausgehen lässt. Jetzt ist klar: die Holzendorferin kann aufatmen. „Medizinische Fußpflege soll erlaubt bleiben“, versichert die gebürtige West-Berlinerin, die 2018 in die Uckermark gezogen ist. In ihrem kleinen Kosmetiksalon auf dem Hof brennt also weiterhin Licht. „Ich habe vorn extra ein Schild angebracht, auf dem steht, dass ich befugt bin, zu arbeiten“, verrät sie lachend. Nicht dass noch jemand auf die Idee komme, sie bei der Polizei oder beim Ordnungsamt zu melden... „Das hat hier alles seine Richtigkeit“, bekräftigt die gelernte Arzthelferin.

Kosmetik verboten

Sie bedauert zwar, aktuell nicht das ganze Portfolio anbieten zu können, denn Kosmetik, Massagen und Maniküre sind weiterhin verboten. „Aber Vorschrift ist Vorschrift. Ich halte mich da streng an die Auflagen“, betont die mit dem langjährigen Geschäftsführer des bekannten Klett-Schulbuch-Verlages, Jürgen Meißner (76), verheiratete Frau. Letztlich sei sie vor allem mit Blick auf ihre Kunden froh, dass es die Ausnahme mit der medizinischen Fußpflege gebe. „Viele Menschen haben echte Problemfüße. Nicht auszudenken, wenn die über Wochen oder sogar Monate unbehandelt bleiben würden. Das könnte schlimme Folgen haben“, ist die Expertin sicher.

Schließung im Frühjahr

Bei denen, die weiter zu ihr ins Studio kommen dürfen, ist die Erleichterung dementsprechend groß. Stefanie Meißner versichert, dass bei der Behandlung selbstverständlich alle Auflagen und Hygienevorschriften Beachtung finden. Schon zum Eigenschutz, schließlich gehören ihr Mann und sie zumindest vom Alter her zur Risikogruppe. Das Alter hatte sie vor zwei Jahren allerdings nicht daran gehindert, sich nochmal an das Projekt einer Haussanierung zu wagen. Das Paar war die Großstadt leid gewesen und mutig genug, ein altes Gebäude auf dem Dorf als neuen Lebensmittelpunkt zu wählen. Viele Monate später bereuen sie den Entschluss noch nicht, obwohl die Turbulenzen im Jahr 2020 auch bei ihnen einige Träume platzen ließen. „Die wochenlange Schließung im Frühjahr ist mir schon sehr auf die Füße gefallen“, räumt die Selbstständige ein: „Das Arbeitsverbot wurde erlassen, als ich mir gerade einen festen Kundenstamm aufgebaut hatte.“

Kooperation mit Anke Thoma

Selbst jetzt komme sie selbstverständlich nicht auf den Umsatz, mit dem sie fest gerechnet habe. „Aber ich versuche es positiv zu sehen“, stellt Stefanie Meißner klar. Sie seien gesund geblieben in den letzten Monaten, das sei doch schon etwas Gutes. „Und wir haben dank der selbstverordneten Isolation ganz viel am Haus geschafft.“ Die Bauarbeiten ruhten nämlich nicht, so dass jetzt eigentlich alles fertig ist.

Zufrieden ist die Wahl-Uckermärkerin auch mit dem sozialen Netzwerk, das sie sich hat aufbauen können. Dazu zählt vor allem eine zweite Unternehmerin, mit der sie bereits eine enge Kooperation verbindet. Bei Anke Thoma aus dem Boitzenburger Land ist Stefanie Meißner auf eine Gleichgesinnte gestoßen, wie sie sagt. „Wir beide arbeiten daran, dass Menschen gesund bleiben oder werden. Frauen müssen da zusammenhalten. Die Buchenhainerin stellt dafür Naturseifen und -kosmetik her. Ich setze diese zusatzstofffreien Produkte bei meinen Behandlungen ein und habe schon sehr gute Ergebnisse erzielt. Aktuell entwickeln die beiden Frauen eine Fuß- und Handcreme, auch Reinigungsprodukte sind vorgesehen. Man darf also gespannt bleiben.

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