Tragödie

Die Spenden reichen für Mamas Beerdigung

Die Mutter tot, der Vater sterbenskrank – vor den Söhnen liegt eine ungewisse Zukunft. Doch wenigstens über die Beisetzung müssen sie sich keine Gedanken machen.
Ben, Leo und Ron hoffen, dass ihnen wenigstens der Papa noch ein bisschen erhalten bleibt. Doch Bert Borchardts Diagnose ist d
Ben, Leo und Ron hoffen, dass ihnen wenigstens der Papa noch ein bisschen erhalten bleibt. Doch Bert Borchardts Diagnose ist denkbar schrecklich. privat
Prenzlau

2021 hat für Ben (15), Leo (11) und Ron (6) ganz furchtbar begonnen: Kurz vor Silvester verloren die Jungs ihre geliebte Mama, der Uckermark Kurier berichtete. Die 43-jährige Antje Borchardt starb nach einer Herzattacke auf dem Weg ins Krankenhaus. Ihre Söhne waren dabei, als die Rettungskräfte in der Wohnung um das Leben der Uckermärkerin kämpften. Seitdem sind die drei allein mit ihrem Papa, dem schwerkranken Bert Borchardt (50). Doch wie lange der Vater ihnen die Familie noch erhalten kann, ist ungewiss. Der langjährige Bahnmitarbeiter leidet an Chorea Huntington. Dabei handelt es sich um eine schnell fortschreitende Erkrankung, bei der Bereiche des Gehirns, die für die Steuerung der Muskeln und für psychische Funktionen wichtig sind, nach und nach zerstört werden. Schon jetzt ist der einst kräftige Mann nur noch ein Schatten seiner selbst. Am Ende steht unausweichlich der Tod.

Familienhilfe kommt

Dem Witwer und seinen Kindern zur Seite steht seit der ersten Stunde Stefanie Schmidt, die beste Freundin der Verstorbenen, die im Haus gegenüber wohnt und ein Nagelstudio hat. Da der Betrieb dort lockdownbedingt nur eingeschränkt läuft, nimmt sie sich die Zeit, drei- bis viermal am Tag zu den Hinterbliebenen zu gehen, einzukaufen, zu kochen, mit den Kindern Hausaufgaben zu machen oder einfach nur mal zuzuhören, wenn einer reden will. Mehrmals die Woche kommt auch die Familienhilfe.

Ganz dringend bräuchte die Familie aber Unterstützung bei hauswirtschaftlichen Dingen, beispielsweise beim Frühstückmachen für den Witwer, der sich nicht mal mehr allein einen Kaffee zubereiten kann. Er hat inzwischen Pflegegrad 2. „Wir sind dabei, Grad 3 zu beantragen”, erklärt Stefanie Schmidt. Gebraucht werde ein zertifizierter Dienst, sonst zahle die Kasse die Leistungen nicht, beschreibt sie das Problem.

Freunde und Bekannte hatten kurz nach Bekanntwerden der schlimmen Nachricht mit Unterstützung des Uckermark Kurier eine Spendenaktion ins Rollen gebracht, die bereits Früchte trägt.

Familie bedankt sich

Die vier Borchardts möchten sich mit diesem Zeitungsartikel bei allen bedanken, die sich für sie einsetzen. Stefanie Schmidt weiß, dass die Angehörigen jeden Cent brauchen können, denn durch die krankheitsbedingte Erwerbslosigkeit des Mannes waren die Ersparnisse schnell aufgebraucht. Dank der finanziellen Hilfen vieler Leser kann Bert Borchardt seine Frau nun beerdigen, ohne sich weiter zu verschulden. Die Beisetzung findet am 26. Januar statt. Vier Tage davor hat ihr mittlerer Sohn Geburtstag, drei Tage danach ihr großer ... Stefanie Schmidt kann nur erahnen, wie schwer das für alle wird. Momentan ist sie dabei, kleine Geschenke für die Halbwaisen aufzutreiben und Kaffee und Kuchen für Feiern im kleinsten Familienkreis. Dankbar ist sie für alle Sachspenden, die bereits eingetroffen sind, darunter eine Anbauwand und ein Bett für Ben sowie Schränke für Leo und Ron. Was jetzt noch fehlt, ist ein Herd. „Der Alte ist diese Woche beim Eierkochen endgültig kaputt gegangen”, resümiert sie nüchtern. Kontakttelefon: 0173 6048642

Die Kontonummer kann per Mail erfragt werden: [email protected]

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