Auch die Toilette auf dem Parkplatz in der Templiner Heinestraße soll auf Vordermann gebracht werden.
Auch die Toilette auf dem Parkplatz in der Templiner Heinestraße soll auf Vordermann gebracht werden. Michaela Kumkar
Stadtpolitik

Diskussion um Toiletten in Templin

Gibt es genug öffentliche WC-Anlagen in Templin? Darüber gehen die Meinungen in Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung auseinander.
Templin

Drei öffentliche Toilettenhäuschen gibt es in Templin. Sie stehen in der Lychener Straße an der Schleusenbrücke, am Zentralen Busbahnhof in der Prokopiusstraße sowie am Parkplatz an der Heinestraße. Eine vierte Anlage befindet sich in der Dargersdorfer Straße. Sie ist allerdings schon seit Längerem verschlossen, sozusagen außer Betrieb. Wenn es nach der AfD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung geht, muss sich daran etwas ändern. Sie fordert die Wiederinbetriebnahme. „Es gibt viele Beschwerden von Gästen der Stadt sowie von Besuchern der Einrichtungen in der Südstadt, weil es in dem gesamten Bereich keine öffentliche Toilette gibt“, begründet die Fraktion ihren Antrag.

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Diskutiert wurde darüber im Finanzausschuss. „Öffentliche Toiletten dieser Art sind teuer“, meinte Bernd Zimdars (CDU). Auch deshalb, weil es immer wieder Probleme mit Vandalismus gebe. Außerdem berief sich der Stadtverordnete auf Informationen aus der Stadtverwaltung, dass die Toilette in der Dargersdorfer Straße wenig frequentiert worden sei. „Wir brauchen natürlich öffentliche Toiletten in der Stadt, aber nicht an diesem Standort, mitten in einem Wohngebiet.“ Stattdessen sollte man es bei den drei anderen Toilettenhäuschen belassen.

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Thomas Neumann (CDU) gab ihm Recht. Es sei nicht gerechtfertigt, in die Wiederinbetriebnahme viel Geld zu stecken. Im vergangenen Jahr hat die Stadt die öffentliche Toilette am Busbahnhof komplett sanieren lassen. Das kostete rund 63 000 Euro. 2022 soll die Sanierung eines weiteren Häuschens folgen, 2023 die des dritten. Für Thomas Neumann ist es außerdem an der Zeit, bei diesem Thema nach anderen Lösungen zu suchen. „Das heißt, vorhandene Toiletten zum Beispiel in Gaststätten öffentlich zu nutzen und Ortsunkundige auf diese Möglichkeit durch eine entsprechende Kennzeichnung aufmerksam zu machen“, sagte er. „Da machen uns andere Länder schon lange etwas vor.“ Sein Vorschlag deshalb: „Gastronomiebetriebe sollten mit ins Boot geholt werden oder auch zentral gelegene Arztpraxen.“ So würde man keine 60 000 Euro für eine Sanierung ausgeben müssen und könnte denjenigen, die die Sache unterstützen mit einem kleinen finanziellen Obolus bedenken.

Mit Werbegemeinschaft darüber reden

Das hält auch Sybille Lipski (Die Linke) für denkbar. Ausschussvorsitzender Bernhardt Klausmeyer (Uckermärker Heide/WBv) schlug vor, die Templiner Werbegemeinschaft auf diese Anregung hinzuweisen. „Dort sollte darüber diskutiert werden.“ Im Finanzausschuss wurde der Antrag der AfD-Fraktion mehrheitlich abgelehnt, ebenso im Ausschuss für Bauen, Ordnung und Sicherheit.

 

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