KOMMUNEN WEHREN SICH

Dörfer der Uckermark mit Windrädern doppelt bestraft

Uckerland-Bürgermeister Matthias Schilling fordert von Landespolitikern mehr Wertschätzung für jene Bürger, deren Dörfer von Windrädern umstellt sind.
Mathias Scherfling Mathias Scherfling
Symbolbild. An den vielen Windenergieanlagen in der Uckermark stoßen sich inzwischen die Geister.
Symbolbild. An den vielen Windenergieanlagen in der Uckermark stoßen sich inzwischen die Geister. Frank Rumpenhorst
Lübbenow.

Die Zustimmung für neue Windkraftanlagen in der eigenen Kommune ist unter der Bevölkerung derzeit denkbar gering. Zu viele Windräder, von denen in der Regel die Menschen wenig haben. Der Strompreis ist genauso so teuer, die Kommune bekommt kaum Ersatzleistungen und zusätzliche Steuerabgaben sind von den Windanlagenbetreibern nicht wirklich verlässlich. Genau in diesem Gründen liegt das Problem von Matthias Schilling, dem Bürgermeister der Gemeinde Uckerland.

Steuermittel zurückgefordert

Jüngst musste die Gemeinde zum Beispiel rund 600 000 Euro längst verplanter Steuermittel wieder zurückzahlen, weil der Windradbetreiber weniger Gewinn erwirtschaftete, als das Finanzamt ursprünglich berechnet hatte. „Es kann eigentlich nicht sein, dass Gemeinden die so viel für die Energiewende tun, am Ende nichts davon haben“, so Matthias Schilling. Auf dem Gebiet der Gemeinde Uckerland stehen bereits rund 100 Windräder und weitere 30 seien in Planung.

Ersatzleistung gehen nach Potsdam

Am 1. Mai dieses Jahres ist das sogenannte „Windkraft-Moratorium“ im Land Brandenburg in Kraft getreten. Es beinhaltet unter anderem Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die aber nicht an die betroffenen Gemeinden gehen, sondern in den Naturschutzfonds Potsdam. Es ist aufwendig, diese Mittel für die einzelne Kommune zu sichern. Aber leider ist das Gegenteil der Fall. Es geht es dem Bürgermeister um das Windeignungsgebiet Bandelow-Lübbenow. Dort stehen bereits drei neue Windkraftanlagen. Zwei sind derzeit im Bau und für drei weitere sind die Planungen eingereicht worden. Die Gemeinde hat nun schon mehrfach ihr Einvernehmen zur Errichtung der drei über 240 Meter hohen Anlagen versagt. Diese Entscheidung wurde vom Landesamt für Umwelt in Potsdam zurückgewiesen.

Aufruf des Bürgermeisters

„Ich möchte eine Idee weiter tragen, in der die einzelnen Gemeinden mehr Wertschätzung für in der Gemeinde vorhandene Windräder von der Landespolitik erfahren. Und das auch die Rolle der kommunalen Ämter von Landesstellen nicht mehr einfach übergangen werden kann“, so Schilling abschließend.

 

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Kommentare (1)

Überraschung!
Die normalen Bürger zahlen über den Strompreis Mutti´s "Energiewende", von der nur die reiche Schicht profitiert indem sie Anteile an Windenergiefirmen kauft oder in entsprechende Fonds etc investiert. Und am Ende wird es so kommen, wie es teilweise ja auch schon passiert, dass die Entsorgung dieser Anlagen auch wieder das Volk bezahlt. Denn diese Anlagen sind Sondermüll (nein welche Überraschung aber auch) und müssen fachgerecht von Spezialfirmen entsorgt werden, was sehr teuer ist.