Steffen Hoppe ist – noch – mit Leib und Seele dabei.
Steffen Hoppe ist – noch – mit Leib und Seele dabei. privat
Steffen Hoppe ist enttäuscht von dem Schreiben. Er weiß, dass das anderen Betroffenen ähnlich geht. Seite 1 de
Steffen Hoppe ist enttäuscht von dem Schreiben. Er weiß, dass das anderen Betroffenen ähnlich geht. Seite 1 des Briefes. Claudia Marsal
Seite 2 des Schreibens.
Seite 2 des Schreibens. Privat
Feuerwehrmann will austreten

Ehrenamtler sauer – "Brief war für mich ein Schlag ins Gesicht"

Steffen Hoppe (48) erwägt, seine Feuerwehruniform nach 33 Jahren an den Nagel zu hängen. Der Uckermärker nennt als Grund ein heißes Eisen, an das sich niemand herantraut.
Prenzlau

Steffen Hoppe gehört zu den tausenden Frauen und Männern in unserem Land, die für die Feuerwehr brennen. Sein Eintritt in die Truppe liegt schon 33 Jahre zurück. Der heute 48-Jährige war noch blutjung, als er das erste Mal zu einem Einsatz ausrücken durfte. Sogar beruflich hat sich der Familienvater später in diese Richtung orientiert. Er ist beim Landkreis als Gerätewart im Feuerwehrtechnischen Zentrum in Prenzlau angestellt. Vorher war er in gleicher Funktion bei der Stadt Angermünde tätig. Doch nun erwägt der Uckermärker – zumindest im Ehrenamt – die Uniform an den Nagel zu hängen. Auslöser für seine Überlegung, aus der Feuerwehr auszutreten, ist ein Brief, der ihm wie einigen anderen Kameraden des Löschzuges 1 aus Angermünde unlängst zugegangen ist, der Uckermark Kurier berichtete.

Schlag ins Gesicht

„Das Schreiben war nicht nur für mich ein Schlag ins Gesicht”, sagt Steffen Hoppe, wohlwissend, dass die anderen Betroffenen ähnlich empfinden: „Wir sind neun Mann, die jetzt über Konsequenzen nachdenken.” Darunter auch sein Sohn, den er von kleinauf fürs Ehrenamt begeistern konnte. „Kann es sich die Feuerwehr wirklich leisten, gut ausgebildete Leute so vor den Kopf zu stoßen?” fragt Steffen Hoppe. Den Vorwurf, dass er in fünf Monaten an „nur” acht Ausbildungen und vier Einsätzen teilgenommen habe, findet er beispielsweise ungerechtfertigt. Der Kamerad versichert, so oft es möglich sei, zu kommen; „aber es kann doch nicht jeder jedesmal dabei sein.”

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Einen Grund dafür, dass nicht immer alle zur Stelle sind, sieht der Feuerwehrmann auch in folgendem Problem: „Es gibt Kameraden, die greifen die Alarme ab, bevor wir anderen alarmiert werden und sind deshalb stets als Erste zur Stelle. Das Problem ist bekannt, aber an das heiße Eisen wagt sich niemand heran.”

Zeit zu schade

Weil es auch ihm wiederholt passiert sei, dass er nur für die Unterschrift ins Depot fuhr und dann wieder nach Hause geschickt wurde, weil die Mannschaft schon voll war, habe er reagiert: „Dafür ist mir meine Zeit zu schade. Und so geht es anderen auch.” Steffen Hoppe ist kein Fan davon, so etwas öffentlich zu diskutieren: „Aber die Führung hat es nicht anders gewollt.” Seiner Meinung nach hätte man das in großer Runde mal intern im Gespräch klären müssen und nicht so aus dem Kalten heraus Schmähbriefe schreiben.” Gefragt, ob er mit der Ende vergangener Woche im Uckermark Kurier abgedruckten Stellungnahme des zuständigen Trägers des Brandschutzes, der Stadt Angermünde, nichts anfangen konnte, sagt der Kamerad abschließend, dass das für ihn nur leere Versprechungen gewesen seien: „Man hat Gespräche angekündigt, aber mit uns hat noch niemand geredet oder einen Termin verabredet. Das machen wir nicht mehr mit.”

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