WEIHNACHTSDEKORATION IN DER UCKERMARK

Ein Lichtergarten vor dem Wohnblock

Dekoratives, das in die Adventszeit passt, zeigen Fotos von Lesern des Uckermark Kurier. Manchmal weckt diese besondere Zeit auch Erinnerungen.
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Annemarie Giegler hat diesen Lichtergarten auf dem Innenhof des Woba-Blocks in der Goethestraße erschaffen.
Annemarie Giegler hat diesen Lichtergarten auf dem Innenhof des Woba-Blocks in der Goethestraße erschaffen. Sigrid Werner
Vom Fenster aus können die Bewohner des Blocks gegenüber auf das Lichtermeer im Garten von Annemarie Giegler schauen
Vom Fenster aus können die Bewohner des Blocks gegenüber auf das Lichtermeer im Garten von Annemarie Giegler schauen. Foto: Sigrid Werner Sigrid Werner
Dieser Weihnachtswichtel steht am Haus von Martina Hoppe.
Dieser Weihnachtswichtel steht am Haus von Martina Hoppe. Martina Hoppe
Templin ·

Erneut haben Leser des Uckermark Kurier dokumentiert, wie sie mit Dekorativem in der Weihnachtszeit für Freude sorgen. Annemarie Giegler aus Templin macht Kindern gern eine Freude. Das ist auch der Grund, weshalb sie so viel Liebe in die festliche Beleuchtung des kleinen Familiengärtchens gleich hinter den ehemaligen Geschäftsräumen an der Ecke Mühlenstraße/Ecke Goethestraße gesteckt hat. Sie selbst sieht den Lichterschmuck von ihrer Wohnung in der Mühlenstraße nicht. Dafür können die Bewohner des Woba-Blocks in der Goethestraße abends beim Blick aus dem Fenster auf den adventlich geschmückten Garten blicken. „Ich habe schon viele positive Reaktionen von den Bewohnern, Erwachsenen wie Kindern erfahren“, freut sich die Seniorin. Dafür geht sie auch jeden Nachmittag hinaus und schaltet die einzelnen Leuchtelemente an. Wenn die Kinder an dem Zaun stehen und sich freuen, dann zieht Annemarie Giegler daraus Kraft und Ansporn.

Kerzen aus Papprollen

Auch anderenorts in der Uckermark wurde dekoriert als Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Das beweisen Bilder, die Leser für die Fotoaktion des Uckermark Kurier eingesandt haben. „Unser Wichtel soll allen, die bei uns vorbeischauen, ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, wünscht sich Martina Hoppe. Sie ist in Prenzlau zu Hause. „In unserer Wohnung stehen zwei große Kerzen, die aus alten Papprollen entstanden sind.“ Das habe sie sehr an ihre Zeit als Dekorateurin erinnert. „Wir haben aus sämtlichen Sachen etwas fürs Schaufenster gefertigt. Es waren schöne Jahre und ich wünsche allen meinen alten Kolleginnen eine schöne Weihnacht.“

Weniger ist manchmal mehr

Dr. Jürgen Beyer aus Ahrensdorf ist durch die Fotoaktion an eine Begebenheit erinnert worden. Eine Geschichte zum Nachdenken, die er gern erzählen möchte. „Wer heutzutage am Abend in der Adventszeit durch unsere Städte und Dörfer geht, sieht mit elektrischen Kerzen erleuchtete Fenster, lichterkettenbehängte Koniferen in den Vorgärten, ja manchmal buntes Geflimmer und Geflacker, das eher an Jahrmarkt denn an die Geburt Christi erinnert“, so der Uckermärker. Dies sei hierzulande nicht immer so gewesen. „Als unsere Familie vor vierzig Jahren in der Uckermark heimisch wurde, brannte, wenn überhaupt, auch zur Adventszeit nur die triste Straßenbeleuchtung. In der alten Heimat im sächsischen Erzgebirge war es dagegen Brauch seit Jahrhunderten, in der Weihnachtszeit Kerzen in die Fenster zu stellen. Wer einmal an einem Adventsabend vom Hohen Gebirge aus auf die Bergstadt Schneeberg geschaut hat, wird diesen Anblick nicht vergessen. Inmitten eines faszinierenden Lichtermeeres steht die mit leuchtendem Kreuz geschmückte St. Wolfgangskirche.“

Verbundenheit zum „Klassenfeind”

„Nun kam also das erste Weihnachtsfest im neuen Haus in der Uckermark heran. Ich montierte die mitgebrachten Lichterketten in den Fenstern und am Abend des ersten Adventssonntages strahlte die elektrische Beleuchtung in die finstere unwirtliche Winternacht hinaus.“ Mit den Reaktionen, die das auslöste, hatte Jürgen Beyer allerdings nicht gerechnet. „Zuerst Staunen bei Nachbarn und Passanten, dann überall geheimnisvolles Tuscheln, teils bewundernde, teils hämisch ablehnende Blicke, dann das Gespräch mit dem ABV (Hinweis für nicht DDR Bürger, das heißt Abschnittsbevollmächtigter der Deutschen Volkspolizei): „Doktor, Sie sind zwar nicht in der Partei, aber nachdem, was ich bisher über Sie gehört habe, hielt ich Sie für einen loyalen Bürger, wieso arbeiten Sie dem Klassenfeind in die Hände?“ Fürs erste sei er fassungslos gewesen, erzählte der Ahrensdorfer. „Da sich mein Fernsehkonsum auf das Anschauen der Nachrichten beschränkte, konnte ich nicht wissen, dass von der BRD aus dazu aufgerufen wurde, zur Verbundenheit mit den unterdrückten Brüdern und Schwestern im Osten zu Weihnachten Lichter in die Fenster zu stellen. Es kostete viel Mühe, Redegewandtheit und extra aus dem Erzgebirge angeforderte Ansichtskarten, um mich von dem Image des Klassenfeindes zu distanzieren.“

Die Fotoaktion des Uckermark Kurier läuft weiter.

Kontakt: [email protected]

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