Anke Kapischke (links) und Ria Czech (rechts) freuen sich, dass die Überraschung bei Heidemarie Hübner, Friederitta
Anke Kapischke (links) und Ria Czech (rechts) freuen sich, dass die Überraschung bei Heidemarie Hübner, Friederitta Teichner, Lissy Schelski und Jürgen Wange gut angekommen ist. Nächste Woche wird hier Ostern gefeiert. Claudia Marsal
Heidrun Schneider aus Ewaldshof ist seit zwei Jahren die Küchenperle der Tages- pflege. Die Besucher lieben Hausmannskost
Heidrun Schneider aus Ewaldshof ist seit zwei Jahren die Küchenperle der Tages- pflege. Die Besucher lieben Hausmannskost. Es ist auch stets Kompott dabei. Claudia Marsal
Hubert Linke (links) und Jürgen Ladewig spielen für ihr Leben gern zusammen Mühle. Beide kommen täglich vo
Hubert Linke (links) und Jürgen Ladewig spielen für ihr Leben gern zusammen Mühle. Beide kommen täglich vom Dorf her. Claudia Marsal
Tagesbetreuung

Einsamkeit nach Tod des Partners – das muss nicht sein

Manchmal ist es auch eine schwere Krankheit, die den Traum vom selbstbestimmten Leben im Alter zerstört. Die Diakonie-Tagespflege bietet eine Alternative.
Prenzlau

Zu Hause in Damme würde Heidemarie Hübner die Decke auf den Kopf fallen. Deshalb lässt sich die gelernte Serviererin viermal die Woche zur Tagespflege der Diakonie bringen. Die 78-Jährige steht morgens bereit, wenn der Fahrdienst des DRK naht: „Ich bin so glücklich, dass ich in Prenzlau dann immer ein paar Stunden Abwechslung habe.“ Auch die ehemalige Bürgermeisterin von Carmzow möchte die Unterhaltung dort nicht missen: Friederitta Teichner (78) kommt seit über einem Jahr regelmäßig zum Team von Ria Czech. Die rüstige, alte Dame war viele Jahre Bereichsleiterin des Volksgutes in ihrem Heimatort, lebt jetzt aber in einer Senioren-WG in der Kreisstadt. Doch auch dort würde der Witwe langweilig werden, ist sie überzeugt: „In der Tagespflege habe ich meinen Spaß.“

Aus Gneisenau abgeholt

Dem kann Lissy Schelski nur beipflichten. Die Seniorin ist morgens die erste, die abgeholt wird, weil sie von Gneisenau aus die längste Anfahrt hat. 48 Jahre lang leitete die Uckermärkerin die Gaststätte in Schlepkow: „Da war immer Trubel, ich wollte deshalb auch im Alter nicht allein sein.“ Die 94-Jährige ist schon lange verwitwet: „Mein Mann lebt seit über 30 Jahren nicht mehr.“ Weil das bei den meisten Besucherinnen so ist, sind die Männer in der Tagespflege in der Unterzahl. Noch, denn die Tendenz ist steigend. Sehr gern kommt beispielsweise der ehemalige Prenzlauer Elektriker Jürgen Wange (79) hierher, ebenso wie Jürgen Ladewig (67) aus Groß Sperrenwalde und Hubert Linke (90) aus Drense, die sich oft zum Brettspielen treffen. Dafür, dass niemandem langweilig wird, sorgt die langjährige Belegschaft von Leiterin Ria Czech. „Seit 1994 schon betreuen wir in der Franz-Wienholz-Straße 45 b tagsüber ältere, kranke und behinderte Menschen. Ein Umzug ins Heim kann dadurch oft vermieden oder hinausgezögert werden. Außerdem entlasten wir so die pflegenden Angehörigen.“

Lesen Sie auch: Senioren feiern gerne!

Die Versorgung mit Hausmannskost aus der eigenen Küche ist eins der vielen Alleinstellungsmerkmale der Diakonie. Seit über zwei Jahren steht hier Heidrun Schneider an den Töpfen und erfüllt kulinarische Wünsche. „Die Besucher lieben ihr Essen genauso wie wir Mitarbeiter“, versichert Vize-Chefin Anke Kapischke. Pappesatt würden die Gäste dann stets das Mittagspäuschen genießen.

Ostern gefeiert

Auch Spaziergänge und Erholungsstunden in der schönen Außenanlage stehen auf dem Programm, ebenso wie Bewegungsübungen, Rate-Runden, Zeitungsschau, Singekreise, kreatives Gestalten und vieles mehr. Ab nächste Woche Montag wird hier Ostern gefeiert.

+++ Start der Impfpflicht – das erwarten Pflege-Betriebe am Haff +++

Ab halb 8 Uhr in der Frühe ist die Tagespflege geöffnet, dann trudeln die Frauen und Männer nach und nach ein. Nach dem Kaffeetrinken um 15 Uhr sorgt der Fahrdienst wieder für den Weg nach Hause. Wer mag, kann unverbindlich zu einem Schnuppertag kommen und dann entscheiden, ob und wie oft er in Gesellschaft sein möchte. Die Fahr- und Betreuungskosten werden übrigens – abhängig vom Pflegegrad – sogar von der Krankenkasse übernommen. Über die Modalitäten kann man sich beraten lassen. Ria Czech sagt abschließend: „Selbstständigkeit bis ins hohe Alter; zu Hause sein, so lange es möglich ist – das wünschen sich viele. Doch oft kommt es anders, als man es geplant hat, zum Beispiel durch Krankheit und andere Schicksalsschläge. Wir bieten die Chance, sich tagsüber versorgen zu lassen und trotzdem zu Hause wohnen zu bleiben.“

Telefon: 03984 808974

 

zur Homepage