Ab dieser Woche soll das bei einer Explosion zerstörte Wohn- und Geschäftshaus abgerissen werden.
Ab dieser Woche soll das bei einer Explosion zerstörte Wohn- und Geschäftshaus abgerissen werden. Horst Skoupy
Gefahrenstelle

Einsturzgefährdetes Haus in Lychen wird endlich abgerissen

Nach einer Explosion ist ein Wohn- und Geschäftshaus am Markt der Stadt instabil. Bürger fragen, wie lange von dem Haus noch eine Gefahr ausgehen soll.
Lychen

Wie eine Wunde klafft in der Häuserzeile am Lychener Markt eine Lücke. Vor ziemlich genau fünf Monaten, am 13. Mai, hatte eine verheerende Explosion ein Wohn- und Geschäftshaus teilweise zerstört. Die Verkäuferin einer Backfiliale war dabei verletzt worden, der Uckermark Kurier berichtete. Risse in der Fassade und Verwerfungen im Dachstuhl lassen vermuten, dass das Gebäude instabil ist. Wegen einer möglichen Einsturzgefahr ist der Bereich seither abgesperrt. Der Fußgängerweg vor der Ruine ist gesperrt, die Gitter ragen zum Teil in den Straßenbereich hinein. Mehr noch: Die Lindenstraße ist derzeit nur als Sackgasse ausgewiesen, die Strandberg-Straße ist gesperrt.

Vor fünf Monaten: 55-Jährige bei starker Explosion in Lychen verletzt

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass in der Stadt zunehmend mehr Menschen nachfragen, wie lange dieser Zustand noch anhalten soll. Zuletzt hatte Juliane Primus in der Einwohnerfragestunde des Hauptausschusses das Thema angesprochen. Vor allem für ältere Menschen und Senioren, die auf Gehhilfen angewiesen sind, sei es beschwerlich, Umwege wegen des gesperrten Gehweges in Kauf zu nehmen und dazu gleich drei viel befahrene Straßen überqueren zu müssen.

Bürgermeisterin Karola Gundlach (parteilos) bestätigte, dass sich in den vergangenen zwei Monaten Nachfragen im Rathaus gehäuft haben. „Sie waren oft mit der Frage verbunden, warum wir als Stadt nichts machen“, sagte sie.

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Tatsächlich befindet sich das Haus im Privatbesitz. Die Rechtslage ist so, dass die Eigentümerin darüber entscheiden muss, was mit dem baufälligen Gebäude passieren soll. Auf Drängen des Bauordnungsamtes im Landkreis Uckermark hatte sie Ende Juli über einen beauftragten Anwalt mitteilen lassen, dass das Haus abgerissen werden soll.

Genau das soll ab der kommenden Woche passieren. Darüber informierte René Harder, Leiter des Bauordnungsamtes in der Prenzlauer Kreisverwaltung auf Nachfrage des Uckermark Kurier. „Eine entsprechende Zusicherung des beauftragten Abrissunternehmens ist mir gegenüber erfolgt“, teilte er mit.

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Diese Information lag am Donnerstag auch im Lychener Rathaus vor, bestätigte Karola Gundlach. Die Bürgermeisterin hatte hinter vorgehaltener Hand erfahren, dass die Storkower Korduan Transporte GmbH den Auftrag zum Hausabriss erhalten haben soll. Das konnte Geschäftsführer Klaus Korduan bestätigen. Die Firma hatte bereits nach der Explosion die einsturzgefährdeten Teile des Hauses gesichert. Bevor das Unternehmen, das unter anderem auf Abrissarbeiten spezialisiert ist, mit schwerer Technik anrückt, sind noch Vorarbeiten notwendig. So müssen Gebäudeteile noch beräumt und entkernt, Baufreiheit geschaffen und verschiedene Baustoffe getrennt werden.

Ob die Abrissarbeiten mit weiteren Verkehrseinschränkungen einhergehen, konnte Karola Gundlach noch nicht sagen. Dazu sollen noch Abstimmungen mit dem Baubetrieb erfolgen, sagte die Bürgermeisterin.

 

 

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