Die Einzelimpfung mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson reicht für einen vollständigen Impfschutz nicht
Die Einzelimpfung mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson reicht für einen vollständigen Impfschutz nicht mehr aus. Daniel Karmann
Corona

Einzelimpfung reicht nicht mehr für Grundimmunisierung

Mit Johnson & Johnson Geimpfte brauchen einen zweiten Piks für vollständigen Schutz. Das sorgt bei betroffenen Uckermärkern für Fragen.
Templin

Das hatte sich ein Ehepaar aus der Uckermark anders vorgestellt: Beide sind mit dem Impfstoff Johnson & Johnson gegen das Corona-Virus geimpft. „In der vergangenen Woche haben wir von unserer Hausärztin eine Zweitimpfung mit Moderna bekommen“, so der Uckermärker. „Weil Johnson & Johnson ja nur eine Impfung umfasst hat, wollten wir von unserer Ärztin wissen, ob wir jetzt geboostert sind. Sie hat uns das bestätigt.“ Als sich seine Frau jedoch das Zertifikat in einer Apotheke ausstellen lassen wollte, erklärte die Apothekerin, dass dem nicht so sei. „Sie sagte, wir müssen uns in drei Monaten noch einmal impfen lassen.“

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Die Pharmazeutin hatte Recht, bestätigte Ramona Fischer, Pressesprecherin des Landkreises Uckermark. „Das Thema spielte in den vergangenen Tagen mehrfach eine Rolle am Bürgertelefon des Landkreises.“ Der Bund habe die COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung angepasst, so ihr Hinweis. „In diesem Zusammenhang hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Kriterien für den Impfstatus von Personen geändert, die mit dem COVID-19-Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson geimpft wurden“, heißt es in einer Mitteilung des brandenburgischen Gesundheitsministeriums.

Zweite Impfung nötig

Damit reiche nun bei Johnson & Johnson eine Einzelimpfung für die Grundimmunisierung nicht mehr aus. „Nötig ist eine zweite Impfung, idealerweise mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech/Pfizer beziehungsweise Moderna), damit rechtlich ein vollständiger Impfschutz vorliegt. Die Brandenburger Corona-Verordnung verweist bei der Definition, wer als vollständig geimpft gilt, auf die COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung. Damit gilt die Neuregelung des Bundes auch sofort in Brandenburg“, so das Gesundheitsministerium.

Auffrischungsimpfung drei Wochen später

Diese Neuregelung führe auch dazu, dass Personen, die nach der ersten Impfung mit Johnson & Johnson eine zweite Impfung erhalten haben, rechtlich nicht länger als „geboostert“ gelten. „Sie müssen deshalb in Bereichen, in denen die 2G-Plus-Regel gilt (zum Beispiel in der Gastronomie), für den Zutritt einen aktuellen Test vorweisen.“ Alle Betroffenen, die bereits eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten haben, sollten sich nun drei Monate später eine Auffrischungsimpfung verabreichen lassen, so die Empfehlung des Gesundheitsministeriums. „Bis zum Erhalt dieser dritten Impfung unterliegen alle Betroffenen der Testpflicht bei 2G-Plus. Dabei handelt es sich um bundesrechtliche Regelungen, die gegebenenfalls durch den Bund kurzfristig geändert werden.“ Konsequenzen habe die Änderung auch mit Blick auf die 3G-Regel am Arbeitsplatz geht. „Bei Johnson & Johnson reicht eine Einzelimpfung nicht mehr aus. Diese Personen brauchen also einen aktuellen Test.“

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