So soll es nie enden. Deshalb setzen immer mehr Schulen auf Prävention.
So soll es nie enden. Deshalb setzen immer mehr Schulen auf Prävention. DAK-Gesundheit/Wigger
Diesen Zettel sollten die Eltern ausfüllen.
Diesen Zettel sollten die Eltern ausfüllen. Claudia Marsal
Alkohol im Unterricht

Eltern entsetzt über Trinkexperiment

Im Rahmen des Projekts „Lieber schlau als blau” soll Kindern im Unterricht Alkohol verabreicht werden.
Prenzlau

Claudia G. (Name bekannt) traute ihren Augen nicht, als ihr 15-jähriger Sohn zu Wochenbeginn mit einer Trink-Einverständniserklärung nach Hause kam. Die Uckermärkerin wurde gefragt, ob ihr Kind im Unterricht Alkohol konsumieren darf. Die Lehrer des Jungen gaben den Eltern zur Kenntnis, dass aktuell an Schulen das Präventionsprogramm 'Lieber schlau als blau' läuft und in dessen Rahmen ein Experiment geplant ist.

Sie sollten ankreuzen, ob der Junge unter Aufsicht Hochprozentiges trinken darf. In dem Brief hieß es, dass empfohlen wird, unter 16-Jährigen zwei Trinkeinheiten (TE) zu gestatten, wobei eine TE jeweils einem Glas Bier beziehungsweise einer 0,33 Liter-Flasche oder einem Glas Wein/Sekt á 0,125 Liter oder einem halben Liter Biermixgetränk entspricht.

Maximal erlaubt seien vier TE, also vier Gläser Bier. Claudia G. sagt empört: „Geht's noch? Erst sollen wir unsere Kinder über die Schäden, die Alkohol und Drogen verursachen, aufklären. Und jetzt wird ihnen schon in der Schule der Alkohol von den Lehrern angeboten.” Sie habe dem nicht zugestimmt.

Experten fordern Prävention

Experten fordern indes seit langem eine verstärkte Aufklärung über die Risiken des Rauschtrinkens. Beim so genannten Komasaufen gab es 2017 in der Uckermark mit 25 Betroffenen zwar einen leichten Rückgang. „Eine regionale Alkoholprävention ohne erhobenen Zeigefinger bleibt für uns aber unverzichtbar, um die Gefahren von Alkoholmissbrauch aufzuzeigen.

Wichtige Gesundheitsthemen wie dieses sollten im Schulalltag diskutiert werden“, sagt beispielsweise Carmen Reinke von der DAK, die den Plakat-Wettbewerb mit dem Namen „Bunt statt blau” initiiert hat.

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