Diese Flaschenhalter sind an Papierkörben in Koblenz (Rheinland-Pfalz) angebracht. Eine ähnliche Lösung soll es
Diese Flaschenhalter sind an Papierkörben in Koblenz (Rheinland-Pfalz) angebracht. Eine ähnliche Lösung soll es auch in Prenzlau geben, stellte Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) in Aussicht. Heiko Schulze
Beispiel aus Koblenz

Erleichterung für Flaschensammler in Prenzlau angedacht

Menschen, die mit dem Sammeln von Pfandflaschen aus Papierkörben ihr Budget aufbessern, soll die Suche danach vereinfacht werden, verspricht Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer.
Prenzlau

Unter der Überschrift „Mehr Würde für wenig Geld“ regte die Heimatzeitung Uckermark Kurier im „Ganz nebenbei“ der Ausgabe vom 3. Juni an, spezielle Flaschenhalter an Papierkörben der Kreisstadt zu montieren. Diese sollen jenen Menschen, die mit Pfandflaschen ein wenig ihr Budget aufbessern, die Suche nach diesen erleichtern. Prompt folgte daraufhin eine Reaktion des Prenzlauer Bürgermeisters Hendrik Sommer (parteilos). „Wir werden ähnliche Flaschenhalterungen an verschiedenen Papierkörben im Stadtgebiet anbringen“, kündigte er im Telefonat mit der Redaktion an. Man habe diese zwar schon mit flachen Deckeln ausgestattet, auf denen Flaschen abgestellt werden könnten, doch diese könnten beim Herunterfallen schnell für Scherben sorgen. Ähnliche Halterungen wie in Koblenz (Rheinland-Pfalz) wären da eine sicherere Variante.

 

Das „Ganz nebenbei” aus dem Uckermark Kurier vom 3. Juni von Heiko Schulze:

Mehr Würde für wenig Geld

Da gibt es nichts zu beschönigen: Wer aufmerksam durch Prenzlau und Templin spaziert, trifft nicht selten – gefühlt immer häufiger – auf Mitmenschen, die öffentliche Papierkörbe nach Pfandflaschen durchwühlen. Es ist keine Schande, dass sie dieses tun. Eine Schande ist es, dass sie dieses nötig haben, um über die Runden zu kommen. Dabei ist es zweitrangig, ob sie eine schmale Rente bekommen, nicht umfassend über Unterstützungsleistungen, die ihnen zustehen würden, informiert sind oder durch verschiedene Lebensumstände in diese Lage geraten sind. Jeder einzelne von ihnen hat -–wie jeder von uns – sein eigenes Schicksal.

In Koblenz, wo Rhein und Mosel zusammenfließen, entdeckten wir in der vergangenen Woche im Urlaub eine Papierkorb-Variante, die das Flaschensammeln deutlich erleichtert. Ein einfacher Metallaufsatz mit Flaschenhaltern. Wäre das nicht auch eine Variante, die günstig in der Uckermark umzusetzen ist? Das Geld sollte es uns doch Wert sein, wenn wir damit den Menschen. die aufs Flaschensammeln mit angewiesen sind, ein Stückchen mehr Würde dabei ermöglichen. Oder?

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