Niemand kann den Tod der dreifachen Mutter ungeschehen machen. Aber die Spenden werden zumindest die finanzielle Not der Famil
Niemand kann den Tod der dreifachen Mutter ungeschehen machen. Aber die Spenden werden zumindest die finanzielle Not der Familie aus Milmersdorf etwas lindern. (Symbolbild) racamani
Trauer

Familientragödie löst Welle der Anteilnahme in der Uckermark aus

Nach dem Beitrag über den plötzlichen Tod einer 43-jährigen Mutter hat es Hilfsangebote gegeben. Sehr engagiert ist der Verein des ältesten Sohnes.
Milmersdorf

Als Dreifach-Papa Bert Borchardt vor zwei Jahren unheilbar erkrankte und in der Folge sein Haus in Götschendorf zwangsversteigert werden musste, schien das die Katastrophe schlechthin zu sein. Doch es sollte noch schlimmer kommen für die fünfköpfige Familie. Kurz vor Silvester 2020 starb Ehefrau Antje völlig unerwartet mit nur 43 Jahren. Zurück blieben drei kleine Söhne (6, 11, 15), die wie ihr Vater (50), der an der Nervenkrankheit Chorea Huntington leidet, das Geschehen noch immer nicht fassen können.

Genau so geht es Freunden und Bekannten. Der Bericht des Uckermark Kurier über die Tragödie in Milmersdorf hat zudem über das direkte Umfeld hinaus viele Herzen erweicht. Silke Titze aus Gerswalde, die auf die Notlage der Borchardts aufmerksam gemacht hatte, schrieb im Anschluss an die Redaktion: „Wir sind alle fassungslos und danken dem Uckermark Kurier für die schnelle Reaktion auf den ersten Hilferuf der Fußballjugend des Ortes.“ Dort ist der Älteste als Torwart aktiv und allseits beliebt.

Spendensammlung begonnen

Die Familien der jungen Spieler waren sofort in Kontakt getreten und hatten mit einer Spendensammlung begonnen. Nach dem Bericht meldeten sich außerdem weitere Menschen, die Unterstützung geben möchten. Zu ihnen gehörte Antje Ram: „Es zerreißt mir das Herz. Ich bin sehr mitgenommen, welch ein hartes Schicksal diese Familie durchleben muss. Wenn ich ihnen irgendwie helfen kann, lassen Sie es mich wissen. Ich wünsche ganz viel Kraft.“ Auch Susanne Aust reagierte schockiert und versprach: „Wir werden alles versuchen, damit die Familie zusammenbleiben kann. Es wäre in Antjes Sinne.“ Anna Lena Schramm sprach sicher vielen aus dem Herzen: „Mein tiefstes Mitgefühl und Beileid, unfassbar...“ Unser Leser Ronald Boshold bilanzierte, dass das Schicksalsschläge seien, die man eigentlich gar nicht aushalten könne. Ihn hat es 2017 ebenfalls gesundheitlich ausgeknockt, sodass er nicht mehr arbeiten kann: „Mit 58 ist der Drops gelutscht. Letztendlich steht man vor Hartz IV.“ Doch auch er erkundigte sich trotz seiner schwierigen Lebenssituation, ob es ein Spendenkonto gibt.

Stefanie Schmidt, die 41-jährige beste Freundin der Toten, resümierte am Montag, dass die Welle der Hilfsbereitschaft unfassbar groß gewesen sei. „Ich bin sprachlos und total überrascht. Das hätte ich wirklich nicht für möglich gehalten“, räumte die zweifache Mutter, die in direkter Nachbarschaft der Hinterbliebenen wohnt und dort täglich nach dem Rechten sieht, ein.

Fußballverein ganz aktiv

Sie zollt vor allem dem örtlichen Fußballverein als Motor großen Respekt. „Für die Familie ist es unheimlich wertvoll, jetzt zu sehen, dass sie nicht allein steht.“ Am Montag sei bereits zum ersten Mal die übers Jugendamt organisierte Familienhelferin gekommen, die dem schwerkranken Vater im Haushalt und bei der Betreuung der Kinder zur Seite stehe. „Ich bin zuversichtlich, dass sie diese schwere Zeit überstehen werden“, so Stefanie Schmidt. Doch die Beerdigung werde sich für alle noch einmal eine große Belastungsprobe werden, ist die Freundin der Familie überzeugt.

Die Nummer des Spendenkontos kann per Email erfragt werden unter [email protected]

 

 

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