SELTENES NATURPHÄNOMEN

Faszinierender Elch bei Criewen aufgetaucht

Elche gehören nicht zu den ständigen „Bewohnern“ des Nationalparks Unteres Odertal. Doch nun wurde eines der großen Tiere gesichtet.
Sven Wierskalla Sven Wierskalla
Dieser junge Elchbulle ist im Nationalpark Unteres Odertal gesichtet worden.
Dieser junge Elchbulle ist im Nationalpark Unteres Odertal gesichtet worden. Naturpark Unteres Odertal
Criewen.

Eine erstaunliche Entdeckung haben Mitarbeiter des Nationalparks Unteres Odertal am Freitagfrüh gemacht: Sie haben einen fast ausgewachsenen Elchbullen beobachtet und vor die Kamera bekommen. Elche leben normalerweise nicht ständig im Nationalpark in der südöstlichen Uckermark, doch am Freitag ist auch nicht zum allerersten Mal ein solches Tier in dem Naturschutzgebiet aufgetaucht. Einzelne große Weidetiere dieser Art wurden auch schon in den 2000er Jahren dort beobachtet und ganz vereinzelt immer wieder mal in der Uckermark aufgespürt.

Elchbulle hat gut ausgebildetes Geweih

Der junge Elchbulle wurde am Freitagmorgen zwischen Zützen und Criewen gesichtet. Das Tier wies bereits ein gut ausgebildetes Geweih auf und wanderte offenbar auf uralten Elchpfaden von Ost nach West.

Elchbeobachtungen im unteren Odertal sind an sich nichts Ungewöhnliches. In den letzten Jahrzehnten sind diese imposanten Tiere auf ihrer Wanderschaft selten, aber regelmäßig im Gebiet aufgetaucht. Die Beobachtungen konzentrierten sich auf den Herbst, meist September, wenn junge Elchbullen in der Vor- und Hauptbrunft auf uralten Wegen von Ost nach West wanderten.

Elchnachweise sind aus den Jahren 2006 bis 2009 gut dokumentiert. In der Mehrzahl tauchten damals Anfang September junge Elchbullen im Nationalparkgebiet auf. Bisher fand keine Ansiedlung im unteren Odertal statt, die Tiere wanderten in der Regel weiter beziehungsweise zurück in die polnischen Ausgangsreviere. Wesentlich seltener erfolgen Zuwanderungen von Elchkühen mit ihren Kälbern; zuletzt glückte 2002 eine solche Beobachtung im Nationalpark bei Criewen. Der Elch hat ganzjährige Schonzeit und kann ungestört seiner Wanderleidenschaft nachgehen. Schon öfter haben sich Elche in den Nordosten gewagt: Hier ist eine Übersicht.

Elche als Wildtiere in Deutschland schon lange ausgerottet

Auch wenn Elche heute meist mit den skandinavischen Ländern in Verbindung gebracht werden, sind sie ursprünglich auch in Deutschland heimisch gewesen und hier im Mittelalter vom Menschen ausgerottet worden. Aktuell besiedelt der Elch das nördliche und östliche Europa, die nächsten ständigen Elchvorkommen befinden sich im westlichen Polen mit kleinen, sich fortpflanzenden Beständen in Flussauen und Sumpfgebieten. Es ist zu vermuten, dass die im Nationalpark gesichteten Tiere sich auch von dort gen Westen auf den Weg gemacht haben.

In dieser Karte haben wir die Elch-Sichtungen bei uns in der Region aus dem Jahr 2018 zusammengefasst:

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