FEHLENDER ANSCHLUSS

Festnetz streikt in der Weihnachtszeit

Erneut musste ein Einwohner aus Küstrinchen bei Lychen mehrere Tage ohne Festnetzanschluss auskommen. In der Servicehotline ist er Stammkunde.
Nur einfach umstöpseln – so einfach scheint es in Küstrinchen mit der Umstellung auf IP-Telefonie nicht zu lau
Nur einfach umstöpseln – so einfach scheint es in Küstrinchen mit der Umstellung auf IP-Telefonie nicht zu laufen. Friso Gentsch
Lychen.

Erneut hat es einen Einwohner aus Lychen getroffen. Im funktechnischen Niemandsland streikt ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit sein Festnetzanschluss. Wer ihn anruft, hört höchstens ein Besetztzeichen. „Ich habe die Befürchtung, dass ich zu Weihnachten nicht mit meinen Freunden und Verwandten telefonieren kann“, wandte sich Hans-Jürgen Erdmann am Freitag vor dem vierten Advent an den Uckermark Kurier.

Umstellung auf digital

Am 13. Dezember war ihm mitgeteilt worden, dass sein analoger Festnetz-Telefonanschluss jetzt auf digital umgestellt werde. Im Januar solle das geschehen. Dem Küstrinchener schwante nichts Gutes. Schließlich war sein Festnetzanschluss schon im September/Oktober einmal für drei Wochen gestört.

Vorsichtig fragte er an, ob er angesichts der angekündigten Umstellung wenigstens zu Weihnachten wieder mit seinen Verwandten telefonieren könne. Natürlich, habe man ihm versichert, noch am gleichen Tag sei sein Anschluss wieder verfügbar.

Fehlende Verbindung

Doch Pustekuchen. Seit dem 13. Dezember kontaktiert er fast täglich per Handy die Servicehotline der Telekom. Fast täglich würden ihn neue Servicemeldungen auf dem Handy erreichen, die er allerdings nur empfangen kann, wenn er sich zum einzigen funkbalkenträchtigen Ort in Küstrinchen, zur Kirche aufmache oder nach Lychen fahre.

„Man fühlt sich machtlos“

Wolle er gar auf die Meldungen reagieren und mit der Servicehotline telefonisch Rücksprache halten, müsse er Geduld mitbringen, um die Warteschleifen zu überstehen. Dabei hörten sich die Zwischenbotschaften am Handy gar nicht so schlecht an: Er solle noch ein bisschen Geduld haben. Hurra, der Fehler sei gefunden! Dienstleister würden sich vor Ort melden... am 17., 18., 19. Dezember..., habe es geheißen, berichtete er noch am Freitag von seinen Gesprächen.

„Man fühlt sich einfach machtlos“, beschreibt er das Gefühl, wenn man nicht wisse, bei wem und ob die Störungsmeldung überhaupt bei der richtigen Stelle gelandet sei. „Ich habe den Eindruck, die wollen uns, die wir an der Freileitung hängen, gar nicht. Aber wir haben, anders als andere, auch keine LTE-Alternative.“

Neuer Termin vereinbart

Der Uckermark Kurier schrieb sofort an die Pressestelle der Telekom eine Mail. „Herr Erdmann hat uns am 13. Dezember eine Störung gemeldet“, bestätigte man dort nach Rücksprache. Seitdem habe es keinen Kontakt mehr gegeben, informierte der Telekom-Sprecher Nico Göricke über seinen Kenntnisstand. Man habe zusammen mit der Technik einen Termin für Sonnabend, den 21. Dezember, von 8 bis 12 Uhr disponiert und den Kunden per Mail über den Termin informiert.

„Falls Anfahrtskosten oder Technikerkosten wegen Arbeiten im Heimnetz anfallen sollten, werden wir diese erstatten. Ebenfalls erfolgt eine Gutschrift der Grundgebühr über den Ausfallzeitraum“, teilte der Sprecher der Telekom mit. Hans-Jürgen Erdmann dürfte gespannt sein, ob es diesmal klappt.

 

 

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