WALDBRANDGEFAHR

Feuerwehr rüstet sich für Pulverfass bei Templin

In der Tangersdorfer Heide haben die Russen massenhaft Munition hinterlassen. Wie lässt sich eine Brandkatastrophe verhindern?
Horst Skoupy Horst Skoupy
Feuerwehrleute aus Templin und Lychen haben mit Unterstützung der Oberförsterei Boitzenburg und des Stadtförsters von
Feuerwehrleute aus Templin und Lychen haben mit Unterstützung der Oberförsterei Boitzenburg und des Stadtförsters von Lychen damit begonnen, einen Einsatzplan für Brände in der Tangersdorfer Heide zu aktualisieren. Horst Skoupy
Feuerwehrleute und Forstbedienstete berieten bei Vor-Ort-Terminen, wo überall auf dem Gelände Wasserentnahmestellen ei
Feuerwehrleute und Forstbedienstete berieten bei Vor-Ort-Terminen, wo überall auf dem Gelände Wasserentnahmestellen eingerichtet werden können – so zum Beispiel an der Furt. Horst Skoupy
Wenn es in der Tangersdorfer Heide brennt, könnte die Zaarener Schleuse als Wasserentnahmestelle fungieren.
Wenn es in der Tangersdorfer Heide brennt, könnte die Zaarener Schleuse als Wasserentnahmestelle fungieren. Horst Skoupy
Durch die Tangersdorfer Heide zieht sich eine befestigte Straße von Beutel bis an die Zaarener Schleuse. Stefan Hennig
Durch die Tangersdorfer Heide zieht sich eine befestigte Straße von Beutel bis an die Zaarener Schleuse. Stefan Hennig würde diesen Weg gern zu einer natürliche Barriere für ein Feuer ausbauen. Dafür müssten aber Bäume gefällt werden. Horst Skoupy
Templin.

Ein Großbrand wie jüngst bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern oder wie im brandenburgischen Lieberose ist auch in der Uckermark denkbar. Und genau deshalb haben sich nunmehr Feuerwehrleute aus Templin und den Ortsteilen sowie aus Lychen getroffen, um einen Einsatzplan für die Tangersdorfer Heide zu besprechen, informierte Stefan Hennig, stellvertretender Wehrführer von Templin.

Massenhaft Munitionsreste im Boden

In der Tangersdorfer Heide, die umgeben ist von ausgedehnten Waldflächen, befindet sich ein ehemaliger Schießplatz der sowjetischen Streitkräfte. So wie bei Lübtheen oder Lieberose würden im Brandfall die Löscharbeiten der Feuerwehren erschwert, denn große Flächen des 6000 Hektar großen Areals gelten als munitionsbelastet. Kommt es zum Brand, der auch durch marode Zündvorrichtungen ausgelöst werden könnte, müssen Feuerwehrleute einen Sicherheitsabstand von 1000 Metern halten.

Areal umfassend erkundet

Einsatzpläne für Großschadenslagen zu entwerfen, sei Aufgabe des Landkreises, so Stefan Hennig. Weil die Feuerwehren Templins und Lychens im Einsatzfall als erste vor Ort sind, wolle man sich so gut als möglich vorbereiten. Deshalb schwärmten die Führungskräfte der Feuerwehren aus, um die Wasserentnahmestellen zu überprüfen, die Wege dorthin zu erkunden, oder Flächen zu finden – sogenannte Bereitstellungsräume –, auf denen Dutzende Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr im Ernstfall stehen und auf ihren Einsatz warten können. Die Ergebnisse dieser Erkundungen würden erfasst und mit der zuständigen Oberförsterei Boitzenburg abgestimmt. Danach soll jede Feuerwehr Einsatzpläne erhalten.

Schnelle Hilfe aus der Luft gefordert

Bei allem Engagement der Feuerwehrleute forderte Lychens Stadtförster Hilmar Alexandrin, den Druck auf die brandenburgische Landesregierung zu erhöhen. Die Erfahrungen der jüngsten Großbrände hätten gezeigt, dass Unterstützung aus der Luft viel zu spät komme, sagte er. Es brauche Strukturen, die es ermöglichen, dass spätestens nach einer halben Stunde Löschhubschrauber vor Ort sind.

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