STERNENKINDER

Fiona feiert ihren 12. Geburtstag im Himmel

Andrea und Marcel Koop mussten eine Tochter gehen lassen, bevor sie geboren war. Die Erinnerung an ihr Sternenkind halten die beiden wach.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Marcel und Andrea Koop sind sich bewusst, dass sie neben Jerom, Danny, Sebastian und Stacy noch ein Sternenkind haben. Es ist
Marcel und Andrea Koop sind sich bewusst, dass sie neben Jerom, Danny, Sebastian und Stacy noch ein Sternenkind haben. Es ist bis heute unvergessen. privat
Prenzlau.

Wenn Andrea Koop für ihre Stacy den Geburtstagstisch deckt, mischt sich jedes Mal Wehmut in die große Freude über ihre älteste Tochter. Denn neben den elf Kuchenkerzen, die sie diesmal für ihr Kind entzündet hat, sollte eigentlich noch eine zweite Torte stehen – mit zwölf Lichtern drauf. „So alt wäre meine Fiona geworden, wenn sie uns das Schicksal nicht sofort wieder genommen hätte“, erklärt die 33-Jährige. Die gebürtige Templinerin gehört zu den Müttern, die ein „Sternenkind“ im Himmel wohnen haben. Ihr erstes Töchterchen starb, bevor es das Licht der Welt erblickte.

Als die Ärzte im Oktober 2007 bemerkten, dass es im Mutterleib keine Kindsbewegungen mehr gab, war das Ungeborene vermutlich schon lange tot, erinnert sich die Uckermärkerin zurück. Warum das vorher niemandem aufgefallen war, weiß die gelernte Bürokauffrau nicht.

Die Nachricht kam am 13. Oktober

Aber eins wird sie nie vergessen: Die furchtbare Nachricht kam am Morgen des 13. Oktober. Seitdem ist dieses Datum für die Familie der offizielle Geburts-/Todestag des Kindes. Vergessen können werden sie dieses Datum ohnehin nie. Schließlich wollte es das Schicksal so, dass ein Jahr später just an diesem Tag die kleine Stacy geboren wurde. Fionas Schwester feierte am Sonntag letzter Woche nun schon ihren elften Geburtstag.

Wie ihre Geschwister Danny (13), Jerom (9) und Sebastian (3) weiß das Mädchen um das Familiendrama in der Vergangenheit. Die Eltern halten die Erinnerung an ihr „Sternenkind“ nämlich ganz bewusst wach.

Andrea Koop engagiert sich sehr in einer Selbsthilfegruppe für betroffene Eltern, weil sie meint, dass diese Fälle mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Deshalb ist sie auch dem Uckermark Kurier so dankbar dafür, dass er um das Tabu-Thema keinen Bogen macht. „Die Berichte darüber haben uns sehr bei der Verarbeitung des Schicksalsschlages geholfen“, bestätigt Andrea Koop. In ihrem Fall war das Abschiednehmen doppelt schwer gewesen, weil der Familienvater zu dieser Zeit im Auslandseinsatz weilte. Ihn erreichte im Kosovo die traurige Nachricht, dass die kleine Tochter tot zur Welt kommen wird.

Nur vier an der Hand

Die Bundeswehr machte damals zwar eine schnelle Rückkehr möglich. Trotzdem konnte Marcel Koop erst zwei Tage nach der Operation bei seiner Frau in Deutschland sein. Gefragt, wie sie diesen emotionalen Tag im Oktober alljährlich meistert, sagt Andrea Koop: „Erst wird immer schön gefeiert. Aber abends, wenn alle schlafen, darf ich trauern. Dann nehme ich mir die Zeit und zünde eine Kerze für Fiona an.“

Und fragt man Andrea Koop, wie viele Sprösslinge sie denn hat, dann wird die 33-Jährige wohl bis in alle Ewigkeit sagen: „Fünf, aber nur vier davon an der Hand.“

 

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