Eine der Grafik en, die in der Ausstellung zu sehen sind.
Eine der Grafiken, die in der Ausstellung zu sehen sind. Eva-Marina Weyer
Ausstellung

Fischsterben in Grafiken verarbeitet

Noch bis zum 10. Februar ist die Ausstellung „Die Tränen der Oder“ an den Uckermärkischen Bühnen zu sehen.
Schwedt

An den Uckermärkischen Bühnen Schwedt hat nach der kurzen Neujahrspause die zweite Spielzeithälfte begonnen, und zwar mit einer Ausstellung. Sie heißt „Die Tränen der Oder“ und fühlt sich hinein in den Fluss, als sei er ein Mensch. Autor der ausgestellten Bilder ist der polnische Grafiker Ryszard Matecki.

Er wohnt auf der polnischen Oderseite von Schwedt in Niedersaaten und hat im vergangenen Sommer die Katastrophe an der Oder und das massenhafte Sterben von Fischen, Muscheln und Schnecken miterlebt. Über 200 Tonnen verendete Fische sind an Land gezogen worden. Eingeleitetes Salz hat laut Bundesumweltministerium zur Massenvermehrung einer giftigen Alge und zum Tod der Fische geführt.

+++ Fischsterben in der Oder – Behörden immer noch ratlos! +++

Ryszard Matecki ist im vergangenen August jeden Tag an die vor seinem Haus fließende Oder gegangen: „Ich lauschte der schrecklichen Stille der verängstigten Natur. Ich weiß, dass der Mensch ihr diesen unvorstellbaren Schaden zugefügt hat“, erinnert er sich. „Ich sah, dass am Ufer der sterbenden Oder alle Menschen von demselben erschütternden Gefühl der Hilflosigkeit und Trauer erfasst waren.“

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Er suchte nach einer besonderen Ausdrucksform, mit der er den Schrecken der Apokalypse, die sich vor seinen Augen abspielte, anderen Menschen vermitteln konnte. Diese Ausdrucksform sind seine Grafiken, die zwischen dem 10. August und 3. September entstanden sind. Die Bilder berühren und führen dem Betrachter vor Augen, dass er selbst Teil der Natur ist, die er leichtfertig zerstört.

Die Ausstellung war bereits in Stettin zu sehen und wird noch bis zum 10. Februar an den Uckermärkischen Bühnen gezeigt. Der Eintritt ist frei.

 

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