Steigende und hohe Gaspreise bereiten zurzeit vielen Menschen und Unternehmen Sorgen.
Steigende und hohe Gaspreise bereiten zurzeit vielen Menschen und Unternehmen Sorgen. Frank Rumpenhorst
Kommentar

Flexibel oder doch nur konfus?

Klar ist, dass die Preise für Gas extrem gestiegen sind. Noch immer unklar ist, wie die Politik die Bürger beim Gaspreis entlasten will.
Prenzlau

Ein Leser aus Dedelow meldete sich am Redaktionstelefon. Er sei in seinem Ort regelrecht umzingelt von Windkraftanlagen, Biogasanlagen und Photovoltaikflächen. Mehr erneuerbare Energie gehe nicht, dennoch müsse er fürchten, die hohen Preise für Gas und Strom bald nicht mehr bezahlen zu können. Das Schlimmste sei für ihn, dass er bis heute nicht genau wisse, worauf er sich finanziell einstellen müsse. Ob die beschworenen Entlastungen auch für ihn, der sein Leben lang arbeitet und seiner Familie ein Haus über Kredite finanziert, greifen würden. Seine Heizquelle einfach mal so umzurüsten, sei finanziell überhaupt nicht drin.

+++ Europäischer Erdgaspreis steigt in Richtung 200 Euro +++

Welche Entlastungen es konkret für wen geben wird und wer diese finanziert, darüber wird zwischen Bund und Ländern noch immer gestritten, während sich die Temperaturen stetig dem Frostbereich nähern. Ebenso über Gasumlage oder doch lieber Gaspreisdeckel.

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Die konkretesten Vorschläge aus der Politik an die Bürger, die rechtzeitig vor der kälteren Jahreszeit kamen: Duschkopf wechseln, ein Zurück zum Waschlappen, Verbrauch reduzieren und Rücklagen bilden. Rücklagen wovon? Persönlich kenne ich niemanden in meinem Umfeld, der in zurückliegenden Wintern im T-Shirt in überheizten Wohnungen gesessen hätte.

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Währenddessen scheinen Burnout und Tinnitus auch im Wirtschaftsministerium angekommen zu sein. „Die können nicht mehr“, klagt der Minister über hohe Arbeitsbelastung in seiner Behörde – und baut diese um. Willkommen im Klub! Hohe Arbeitsbelastung und Unsicherheiten, die krank machen können, sind schon längst in der produzierenden Arbeitswelt derer angekommen, die die Steuern erwirtschaften, mit denen der Staat jetzt entlasten möchte. Fazit: Nachttemperaturen derzeit bei 6 Grad über dem Gefrierpunkt, die Klarheit, wie es ab Oktober für die Bürger weitergeht: bei Null.

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