A11

Frauen mit Notdurft sollten an diesem Platz nicht halten

Wer auf der A11 in Höhe Warnitz zur Toilette muss, braucht nicht den Rastplatz Rathsburgseen anzufahren. Zumindest Frauen haben dort schlechte Karten.
Dieser Sanitärcontainer sollte nur ein Provisorium sein.
Dieser Sanitärcontainer sollte nur ein Provisorium sein. privat
Dieses Defekt-Schild hängt seit Ewigkeiten an der Tür.
Dieses Defekt-Schild hängt seit Ewigkeiten an der Tür. privat
Sven Seelandt, Vizechef der Autobahnmeisterei Gramzow, bedauert den Zustand.
Sven Seelandt, Vizechef der Autobahnmeisterei Gramzow, bedauert den Zustand. Claudia Marsal
Gramzow.

Daniela Gatz ist von Berufs wegen viel im Auto unterwegs. Auch die A11 befährt sie oft, manchmal sogar mehrmals am Tag. Deshalb weiß die Uckermärkerin ganz sicher, dass auf dem Parkplatz Rathsburgseen Nord (Richtung Berlin) das Damen-WC seit Wochen defekt ist. Unsere Leserin ist überzeugt, dass diese Toilette schon vor mehr als zwei Monaten außer Betrieb genommen wurde.

„Und das geht gar nicht”, findet sie: „Kaputt kann immer mal etwas gehen. Aber es nicht zu schaffen, diese Umstände zu beheben, ist ein Unding. Und das in der Urlaubs- und Ferienzeit.” Erst in dieser Woche habe sie beobachten müssen, dass eine Frau später im Wald bei Warnitz ihren Urinbeutel leeren musste, weil sie auf dem besagten Rastplatz nicht aufs Männerklo gehen wollte. Bei der zuständigen Autobahnmeisterei Gramzow ist das Toilettendilemma bekannt, wie Vizechef Sven Seelandt bestätigt.

Nur ein Provisorium

Schon lange. Trotzdem kann er niemandem Hoffnung machen, dass schnell Abhilfe geschaffen wird. „Denn das Problem ist tiefer Natur.” Hintergrund sei, so Seelandt, dass man diesen WC-Container vor vielen Jahren nur als Provisorium aufgestellt habe. „Es sollte eine Zwischenlösung sein, bis ein Konzessionär gefunden ist, der auf dem Rastplatz neben einer Verpflegungseinrichtung auch die Toiletten betreibt”, erinnert er sich zurück. Doch trotz mehrerer Ausschreibungen sei damals niemand gefunden worden, setzt der Prenzlauer hinzu. Seelandt erklärt sich das damit, dass die Belegungszahlen der Autobahn in der Uckermark nicht so hoch seien, dass sich eine Raststätte an dieser Stelle richtig lohne.

Keine Goldgrube

„Im Sommer ist zwar Hochverkehrszeit, weil alle Ostsee-Urlauber hier lang müssen. Aber danach herrscht oft Ebbe. Es gibt keine gleichmäßige Frequentierung. Eine Goldgrube ist das nicht.” In Ermangelung einer richtigen Lösung habe man sich mit der Öffnung des Parkplatzes zunächst entschlossen, statt Dixie-Klos erst einmal einen Container aufzubauen, blickt Seelandt zurück. Vermutlich in der Hoffnung, dass es irgendwann eine andere Variante gibt. Doch die kam nicht. Und die Zwischenlösung krankt mittlerweile an starkem Verschleiß und ständigen Defekten.

„Reparaturen waren immer nur von kurzzeitigem Erfolg gekrönt. Manche Technik kriegen wir gar nicht mehr heran”, legt Seelandt den Finger auf die Wunde. Ihnen sei bewusst, dass der Zustand unbefriedigend sei, versichert der Vizechef: „Aber aktuell ist noch keine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen worden.”

Alternative Rastplätze

Der zuständige Mitarbeiter verweist darauf, dass die zweite Toilette zwar als Herren-Abteil ausgewiesen sei, aber natürlich auch von Frauen benutzt werden dürfe. Alternativ verweist er auf die Raststätte am Suckower Forst zwischen Pfingstberg und Joachimsthal, die nur 15,1 Kilometer entfernt in Richtung Berlin liege und auch ein Behinderten-WC habe. Auf der anderen Seite kämen die Toilettenanlagen der Star-Tankstelle in Hohengüstow für die Notdurft in Frage.

Was die übrigen festen WC-Häuschen an den Rastplätzen anbelangt, halte sich das Havarieaufkommen in Grenzen, schätzt Seeland ein. Aktuell gebe es aber bei den Toilettten am Wilmersdorfer Forst einen Ausfall, weil die patentierten Spülsensoren defekt seien. „Die können wir leider nicht über die ortsansässigen Installateure bestellen, sondern müssen sie immer erst beim Hersteller ordern. Und das dauert leider manchmal länger.” Prinzipiell sei man stets bemüht, Reparaturen zeitnah auszuführen, versichert er abschhließend.

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