SCHULE

Freiwilliges „Sitzenbleiben” im Corona-Schuljahr beschlossen

Eltern dürfen bestimmen, ob ihr Kind das Schuljahr wiederholen soll. Bisher hatte in diesem Punkt die Schule das Sagen.
Kinder, die den Lernstoff nicht schaffen, sollen die Möglichkeit erhalten, das Schuljahr zu wiederholen.
Kinder, die den Lernstoff nicht schaffen, sollen die Möglichkeit erhalten, das Schuljahr zu wiederholen. Patrick Pleul
Berlin ·

Im „Corona-Schuljahr” haben einige Schüler den Anschluss verpasst. Dafür gibt es verschiedene Gründe, unter anderem die fehlende digitale Ausstattung, die mangelnde Förderung im Elternhaus oder die Motivation zum Lernen. Die Bildungsdefizite, die die Kinder teilweise durch das Homeschooling haben, können nicht mehr aufgeholt werden. Zu dieser Ansicht ist das Berliner Abgeordnetenhaus in dieser Woche gekommen und hat eine Gesetzesänderung beschlossen. Demnach können Schüler der Primarstufe sowie der Sekundärstufe I (Klasse 1 bis 10) das Schuljahr freiwillig wiederholen. Die Eltern müssen lediglich nach einem Beratungsgespräch einen schriftlichen Antrag an die Schule stellen.

Chaos befürchtet

Schulleiter befürchten allerdings ein Chaos mit übervollen Klassen, fehlendem Personal und Raummangel.

Hamburg und Nordrhein-Westfalen haben bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst. Andere Länder planen ebenfalls Wiederholungsmöglichkeiten. Von der Brandenburger Landesregierung gibt es dazu noch keine Aussage.

Alle werden versetzt

Lediglich im Frühjahr 2020 gab es das „Versprechen”, dass „grundsätzlich alle Schüler in die nächst höhere Jahrgangsstufe versetzt werden, auch wenn die notwendigen Leistungen nicht erbracht wurden. Den Schülern und Eltern könne aber die Wiederholung empfohlen werden”, hieß es damals. Bildungsministerin Britta Ernst hatte am Mittwoch gegenüber Inforadio vom rbb eine – wie schon im vergangenen Jahr durchgeführte – Lernstandserhebung angekündigt.

 

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Kommentare (3)

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, denken Sie daran, auch das kommende Corona-Schuljahr wird so katastrophal sein, wie das letzte und das jetzige Corona-Schuljahr. Lassen Sie sich nicht vom eigentlichen Problem ablenken!

Jetzt auch noch den schwarzen Peter den Schülern und Eltern zuschieben, böse.
Von lernen zu Hause kann ja auch keine Rede sein, dafür braucht es mehr als nur Aufgaben die es per E-Mail gibt abzuarbeiten.
Hier zeigt sich besonders das ganze Versagen der Politik.
Die Schulen hätten aufbleiben können, ohne nennenswerten Einfluss aufs Infektionengeschen. Und damit meine ich nicht Wechselunterricht.
Z.B. mehr Schulbuse einzusetzen, nur ein (zwei) Fach in der Woche in einer Klasse, so wären die Schüler nur mit einem (zwei) Lehrer in einer Woche im Kontakt, dann wären auch Unterricht-Zeitverlagerungen zu ändern Klassen möglich una .
Öffnung von Frisör und Garten-Baumarkt ist ja wichtiger. Die Versprechen der Politik waren mal andere. Aber was zählt das schon, geht ja nur um unsere Kinder ...

übrigens immer noch umsetzen. Das mit den Schulbussen und so, sind ja immer noch fast alle Schüler zu Hause.