IMMOBILIENSTREICH

Gemeindesitz in Schönermark fast bei Ebay verscherbelt

Um den Sitz ihrer Verwaltung und ihres Kindergartens haben Bürger in der Gemeinde Nordwestuckermark bangen müssen.
Da staunten die Nordwestuckermärker nicht schlecht: Ein Immobilienmakler bot ihren Gemeindesitz samt Kindergarten bei eba
Da staunten die Nordwestuckermärker nicht schlecht: Ein Immobilienmakler bot ihren Gemeindesitz samt Kindergarten bei ebay zum Verkauf an. Konstantin Kraft/nk-Grafik
Schönermark.

In der Gemeinde Nordwestuckermark haben sich in der vergangenen Woche gleich mehrere Einwohner und Kommunalpolitiker verwundert die Augen gerieben. „Ich habe am Dienstagabend überraschend eine Nachricht von einer Gemeindevertreterin bekommen mit einem Link auf das Immobilienportal bei ebay. Dort hatte ein Bremer Immobilienunternehmen das Gebäude der Gemeindevertretung Nordwestuckermark samt Kita und Grundstück in Schönermark zum Verkauf inseriert“, erzählte Roland Klatt, Bürgermeister der Gemeinde. Er glaubte, seinen Augen nicht zu trauen – und das mitten in seinem Urlaub.

Übler Scherz?

Wie sich herausstellen sollte, war das Inserat auch noch auf der Seite eines zweiten Immobilienportals erschienen. „Da muss sich jemand einen schlechten Scherz erlaubt haben“, dachte Roland Klatt zunächst, denn eines war sicher: Die Gemeinde, der das Gebäude samt Grundstück gehört, hatte den Verkauf nicht ausgelöst.

Ultimatum gestellt

„Ich habe gleich am nächsten Tag in Bremen angerufen und den Mitarbeitern des Immobilienunternehmens ein Ultimatum gestellt. Bis Mittwochmittag 12 Uhr sollten die Anzeigen auf beiden Portalen verschwunden sein. Ansonsten würde ich Anzeige bei der Polizei erstatten“, so Roland Klatt. Tatsächlich seien die Verkaufsangebote unter dem Link zu dieser Zeit nicht mehr zu finden gewesen.

Falsches Haus vor der Linse

Offen blieb die Frage, ob es sich bei dem Vorgang um ein Versehen handelte, oder sich gar dahinter ein böswilliger Scherz verbirgt. „Ich habe eine Vermutung. Hinter dem Amtsgebäude befindet sich eine verfallene Ruine. Wir hatten den Eigentümer von Amts wegen angeschrieben und ihn darauf hingewiesen, das Gebäude zu sichern“, erzählte der Bürgermeister. Möglicherweise habe der Eigentümer die Immobilie jetzt veräußern wollen und jemanden mit der Vermarktung beauftragt. Roland Klatt kann sich vorstellen, dass derjenige die etwas versteckt liegende Ruine nicht gefunden hat und stattdessen die Gemeindeverwaltung fotografierte. „Wenn ich in der nächsten Woche aus dem Urlaub komme, werde ich bei dem Eigentümer der Ruine nachfragen“, so der Bürgermeister.

Unruhige Stunden

Jetzt, mit etwas Abstand, könne er über den Vorgang schon etwas schmunzeln. Doch im ersten Augenblick sei ihm gar nicht zum Lachen zumute gewesen, so Klatt. „Ich war schon sehr beunruhigt“, sagte er.

 

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