WALDGESETZ

Grillen und Zelten sind in Uckermärker Wäldern tabu

Erholungsuchende sind in den Wäldern willkommen. Dennoch gelten auch dort einige Regeln. Die kennen allerdings nicht alle.
Nicht an jedem Waldstück steht eine Schranke, wie hier in Alt Placht. Dennoch gilt, dass das Fahren mit Kraftfahrzeugen i
Nicht an jedem Waldstück steht eine Schranke, wie hier in Alt Placht. Dennoch gilt, dass das Fahren mit Kraftfahrzeugen im Wald nur zu dessen Bewirtschaftung und zur Jagd sowie im Rahmen hoheitlicher Tätigkeiten erlaubt ist. Michaela Kumkar
Alt Placht.

Offenbar entdecken zurzeit viele Leute die heimatliche Natur wieder als Erholungsort. Diese Erfahrung hat Jens Daher, Revierförster in Alt Placht gemacht. Das sei an und für sich erfreulich. Nur wünschte er sich, dass sich Menschen mehr in der Rolle des stillen Gastes und aufmerksamen Beobachters sehen, wenn sie im Wald unterwegs sind. „Zurück zur Natur ist gut, aber bitte mit viel Rücksicht auf dieselbige“, so seine dringende Bitte.

Hunde nicht an der Leine

In den vergangenen Tagen hat der Förster jedoch erlebt, dass es manches Mal daran doch fehlt: Weil Zelt- und Campingplätze, nachdem sie im Zusammenhang mit den Lockerungen der Eindämmungsverordnung wieder öffnen durften, vermutlich überfüllt sind, würden einige Leute ihr Zelt einfach im Wald aufschlagen. „Es wird gegrillt und Feuer gemacht, ohne an die Waldbrandgefahr zu denken“, berichtet Jens Daher. Angler sitzen an Seen, die im Naturschutzgebiet liegen und wo nicht geangelt werden darf. Privat-Pkw fahren auf Waldwegen, die eigentlich tabu sind... Das Problem, dass nicht alle Hundebesitzer darauf achten, im Wald ihren Hund an die Leine zu nehmen, sei leider auch nicht neu. Erfahrungen, die nicht nur Jens Daher, sondern auch seine Kollegen immer wieder machen müssten, wie er sagt.

Dabei hätten all diese Dinge ernste Folgen. Nicht nur, dass bei zunehmender Trockenheit in den Wäldern ein kleiner Funke genüge, um einen Brand zu verursachen. „Durch solche Verhaltensweisen dringen Menschen in Lebensbereiche ein, die eigentlich der Natur und der in ihr lebenden Geschöpfen vorbehalten sein soll. Besonders in der Brut- und Setzzeit, die noch bis Ende Juni dauert, ist das ein Problem“, sagt der Revierförster. „Auf diese Weise werden nicht nur Jungvögel gestört, sondern auch alle anderen Wildtiere, indem durch Unachtsamkeit beunruhigten Bereich des Waldes.“

Oft fehlt Wissen

Jens Daher hat die Erfahrung gemacht, dass manchmal das Wissen fehlt, was nicht in die Natur gehört. Darauf weist er in Gesprächen hin, verbunden mit der Ermahnung an diejenigen, daran künftig zu denken. Es gebe aber auch die Fälle, in denen sich Menschen im Wald mutwillig darüber hinwegsetzen und ein Lagerfeuer entzünden. Dann sei nicht mehr die Zeit für Erklärungen, so Jens Daher. Das bedeute, laut brandenburgischem Waldgesetz eine Ordnungswidrigkeit beziehungsweise eine Straftat begangen zu haben, was mit entsprechenden Konsequenzen für den Verursacher verbunden sei.

Regeln im „Brandenburger Waldknigge”

Wichtiger ist dem Förster jedoch, Menschen dafür zu sensibilisieren, sich ein bisschen zurückzunehmen und sich als Gast und nicht als alleiniger Nutzer des Waldes zu sehen. Wie man das macht, darüber könne man im „Brandenburger Waldknigge“ nachlesen, der vom Landesbetrieb Forst herausgegeben wurde. Auf ein paar wichtige Regeln weist Jens Daher hin. Zuerst: Jede mit Forstpflanzen bestockte Fläche ist Wald. Dort gilt das Landeswaldgesetz. In dem steht unter anderem, dass Feuermachen nur im Abstand von mindestens 50 Metern vom Wald erlaubt ist. Aus dem Wald darf jeder einen Handstrauß, Waldfrüchte, Pilze und wild wachsende Pflanzen für den eigenen Gebrauch mitnehmen. „Außerdem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass das Betreten von Wäldern zu Erholungszwecken auf eigene Gefahr erfolgt. Für waldtypische Gefahren übernimmt der Waldbesitzer keine Haftung“, so der Hinweis von Jens Daher.

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