Regina Gennrich (2. von links), ihre Kolleginnen und die Kita-Kinder an dem Abschiedsgeschenk für die Kita-Chefin. Sie wi
Regina Gennrich (2. von links), ihre Kolleginnen und die Kita-Kinder an dem Abschiedsgeschenk für die Kita-Chefin. Sie will sich jedoch künftig nicht nur ausruhen, sondern plant viele Ausflüge mit dem Fahrrad. Michaela Kumkar
Nach der Kutschfahrt erwartete Regina Gennrich ein besonderer Empfang am Gemeindehaus.
Nach der Kutschfahrt erwartete Regina Gennrich ein besonderer Empfang am Gemeindehaus. Michaela Kumkar
Verabschiedung

Großer Bahnhof für Klosterwalder Kita-Chefin

Über vier Jahrzehnte hat Regina Gennrich in der Klosterwalder Kita gearbeitet. Jetzt geht sie in Rente. Zuvor gab es jedoch noch eine Überraschung.
Klosterwalde

Dass Regina Gennrich, seit 43 Jahren Kita-Leiterin in Klosterwalde, in den Ruhestand geht, sollte nicht sang- und klanglos über die Bühne gehen. Darüber waren sich ihre Kolleginnen, Eltern und viele Klosterwalder, die Regina Gennrich kennen und schätzen, einig. Allen voran ihre Freundin Kerstin Schulz. 14 Tage lang liefen die Vorbereitungen für diese ganz besondere Verabschiedung, von der Regina Gennrich überhaupt nichts wusste. „Da mussten wir uns schon eine Menge einfallen lassen“, erzählte Kerstin Schulz am Freitag. Denn eigentlich hatte die Noch-Kita-Chefin an diesem Tag frei. Kurzerhand wurde ihr erzählt, dass an diesem Tag die Kita Öl geliefert bekommt. Also erschien Regina Gennrich zum Dienst. „Wir weihten außerdem Reginas Frisörin in unsere Pläne ein.“ So wurde der für den Freitag geplante Termin unter „fadenscheinigen“ Gründen auf den Donnerstagabend verlegt.

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Regina Gennrich staunte nicht schlecht, als statt des angekündigten Öllieferanten plötzlich eine Kutsche vor der Tür stand. Gemeinsam mit Erzieherinnen und Kindern ging es damit zunächst hinaus ins Grüne, wo ein Picknick stattfand. Mittags hatten sich dann Eltern, Freunde, Verwandte, ehemalige Kolleginnen und Klosterwalder am Gemeindehaus versammelt, um sich zu bedanken, Geschenke zu überreichen und Regina Gennrich hoch leben zu lassen. Sie war sichtlich gerührt.

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Einig waren sich alle darin, dass sie diese besondere Verabschiedung verdient hat: „Sie war eine sehr ruhige, bodenständige Kollegin, die für ihre Kita gelebt hat“, sagte Annette Nitschmann, Fachbereichsleiterin in der Templiner Stadtverwaltung. „Ich werde ihre unaufgeregte, angenehme Art vermissen.“ Die Herzfelderin Katja Köhler weiß ihre Tochter Emily in der Kita „Die Grashüpfer“ in den besten Händen. Sie lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und der Kita-Leiterin. „Sie war offen für jede Anregung und man konnte sich sicher sein, dass sie darüber nachdenkt, wie man sie in den Kita-Alltag aufnehmen kann.“ Elf Jahre lang war Doreen Wendschlag Kollegin von Regina Gennrich. „Sie war immer für uns Kolleginnen da, hatte immer ein offenes Ohr“, erzählte sie und musste dabei mit den Tränen kämpfen.

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Mehr als ein Taschentuch brauchte auch Regina Gennrich. „Ich bedanke mich bei allen für diese tolle Überraschung.“ Anstrengende, aber auch sehr schöne Jahre habe sie in der Klosterwalder Kita erlebt. Dabei war sie vor 43 Jahren alles andere als begeistert, als sie unmittelbar nach ihrer dreijährigen Ausbildung als Kindergärtnerin von Mecklenburg-Vorpommern nach Klosterwalde sollte. „Ich war noch ganz jung, kannte niemanden hier und musste gleich die Leitung der Einrichtung übernehmen“, erinnerte sie sich. Zum Glück ist sie dort geblieben, hat eine Familie gegründet und in über vier Jahrzehnten zig Generationen von Kindern betreut. Daran wird sie sich mit Sicherheit auch erinnern, wenn sie auf „Reginas Ruhebank“, ihrem Geschenk, sitzt. Versehen ist es mit den Namen der Kinder, die zurzeit die Kita besuchen. Regina Gennrichs Nachfolgerin ist Rebecca Mehlberg. Seit März arbeitet sie in dieser städtischen Kita und freut sich auf ihre Aufgabe.

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