STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG

Grünes Licht für Wohnhaus am Prenzlauer „Kurgarten“

Am Uckersee darf ein neues Mehrfamilienhaus entstehen. Die Stadtverordneten widersprechen einem Bauantrag der Wohnungsgenossenschaft nicht.
Konstantin Kraft Konstantin Kraft
Am Standort des alten „Kurgartens“ in Prenzlau darf jetzt eine größeres Mehrfamilienhaus gebaut werden.
Am Standort des alten „Kurgartens“ in Prenzlau darf jetzt eine größeres Mehrfamilienhaus gebaut werden. Konstantin Kraft
Prenzlau.

Auf der Fläche des ehemaligen „Kurgartens“ an der Uckerpromenade 39 in Prenzlau wird ein drei- bis viergeschossiges Mehrfamilienhaus entstehen. Ein entsprechender Antrag war von der Wohnungsgenossenschaft Ende April im Rathaus eingegangen. Nach intensiven Diskussionen in den Ausschüssen der Kreisstadt hatte Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) am Donnerstag eine Versagung des gemeindlichen Einvernehmens zum Antrag als Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung (SVV) vorgelegt. Dieser Antrag wurde von den Stadtverordneten abgelehnt. Damit wird das Einvernehmen der Stadt nicht versagt und der Bauantrag kann in der eingereichten Form umgesetzt werden – sprich, es kann gebaut werden.

Ablehnung des Antrags bei Stimmengleichheit

Die Entscheidung ist denkbar knapp ausgefallen. Zwölf Abgeordnete stimmten für die Versagung des Einvernehmens zum Bauantrag und zwölf dagegen. Eine Stadtverordnete enthielt sich. „Bei Stimmengleichheit ist der Antrag abgelehnt“, verkündete Thomas Richter (Wir Prenzlauer), Vorsitzender der SVV, zum Ergebnis. Der Bauantrag hat damit Bestand. Die Stadt wird ihr Einvernehmen erteilen.

Änderungsantrag kommt nun zur Anwendung

An der Uckerpromenade ist ein großer Winkelbau mit circa 85 Meter Gebäudelänge und circa 1200 Quadratmeter Grundfläche geplant. Dies wird aus der Beschlussvorlage für die SVV deutlich. Im Anschluss an die Bedenken der Stadtverordneten zum Bauprojekt soll der Anbauflügel am Seepark auf eine Dreigeschossigkeit reduziert werden. Dadurch solle der Blick von der Promenade auf die Altstadt sowie der Blick vom Mauerfuß auf den See besser ermöglicht sein, so die Begründung.

Wuchtiger Baukörper soll nicht ins Ortsbild passen

„Jetzt wird gebaut“, fasste Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) sichtlich zerknirscht zusammen. „Vielen Dank an die SVV“, ergänzte er. Das Bauvorhaben füge sich nach dem Maß der baulichen Nutzung nicht in die Eigenart der näheren Umgebung ein, wurde in der Beschlussvorlage angemahnt. Durch den „wuchtigen Baukörper“ werde das Ortsbild gestört. Insbesondere auf der Westseite des geplanten Mehrfamilienhauses bestehe durch die „Viergeschossigkeit ein sehr großer Kontrast zur Bestandbebauung.“

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Kommentare (1)

Stadtverordnete haben zum Wohle der Stadt Prenzlau zu entscheiden. Das hat hier nicht funktioniert. Nachdem fraktionsübergeifend monatelang gegen eine 4-geschossige Bebauung gekämpft wurde und ein Mitbestimmungsrecht der Stadtverordneten in dieser exponierten Lage gefordert wurde und ein Bebauungsplan für die Uckerpromenade auf den Weg gebracht ist, wollen sich einige Stadtverordneten ihrer Verantwortung entziehen und am liebsten gar nicht entscheiden müssen sondern die Entscheidung allein dem Bürgermeister anlasten. Nachdem in einer ersten Abstimmung die Mehrheit der Abgeordneten die Entscheidung dann doch auf die SVV übertrug haben einige Abgeordnetete aus Unverständniss oder Trotz die Vorlage der Verwaltung abgelehnt und damit den Weg für eine vollkommen überdimensionierte 4-geschossige Bebauung freigemacht. Sicher nicht zum Wohl ihrer Heimatstadt. Mit drängt isch die Frage auf wussten sie nicht was sie tun oder waren sie käuflich? Den schönen Blick von der Stadmauer auf den See oder vom See auf Stadtmauer mit Kloster wird es so bald nicht mehr geben. Danke liebe Abgeordneten der SPD/FDP-Fraktion, danke liebe CDU-Fraktion. Liebe Leser, solltet ihr mit der Entscheidung eurer Stadtverodneten nicht einverstanden sein, geht zur Kommunalwahl und wählt die Abgeordneten denen Prenzlau am Herzen liegt und die Sachpolitik über persönliche Empfindlichkeiten und Parteiinteressen stellen. Im übrigen lässt sich die Entscheidung der SVV durch einene neuen Beschluss korrigieren. hier drängt allerdings die Zeit.