PRENZLAUERIN WARNT

„Hundehasser“ sollen Gina auf dem Gewissen haben

Diese Bilder sind schwer zu ertragen. Zunge und Rachen eines Hundes sind verätzt und abgestorben. Die Halterin aus Prenzlau hat einen bösen Verdacht.
Die Zunge der Hündin ist hier bereits großflächig abgestorben. Um ihr weiteres Leid zu ersparen, wurde sie ein
Die Zunge der Hündin ist hier bereits großflächig abgestorben. Um ihr weiteres Leid zu ersparen, wurde sie eingeschläfert. privat
Vor ihrer Wohnungstür hat Sybille Fraese einen verdächtigen Fleck entdeckt.
Vor ihrer Wohnungstür hat Sybille Fraese einen verdächtigen Fleck entdeckt. Konstantin Kraft
Der Platz auf dem Sofa neben Sybille Fraese bleibt leer. Mit dem Teddy hat „Gina“ am liebsten gespielt.
Der Platz auf dem Sofa neben Sybille Fraese bleibt leer. Mit dem Teddy hat „Gina“ am liebsten gespielt. Konstantin Kraft
Prenzlau.

Die junge Hündin „Gina“ wäre im Mai vier Jahre alt geworden. Ihre Halterin Sybille Fraese aus Prenzlau hat sich bis zuletzt rührselig um den Chihuahua-Mix gekümmert. „Gina war treu, lieb und anhänglich“, berichtete Fraese, die am Georg-Dreke-Ring wohnt. Auch sei Gina stets auf ihren großen Bruder „Sammy“ bedacht gewesen, ein dunkelbrauner Dachshund, der nun ohne sie leben müsse.

Keine andere Option

Am Ende der vergangenen Woche musste die Tierhalterin ihre geliebte Gina einschläfern lassen. Das Tier hatte extreme Verätzungen an Mund und Rachenraum, konnte weder schlucken noch fressen. Sybille Fraese glaubt, dass ihr Hund vergiftet worden ist. Sie will andere Hundehalter warnen. Kein anderes Tier sollte ein solch leidvolles Schicksal erfahren müssen. Polizei und Veterinäramt sind bereits eingeschaltet und ermitteln.

Jede Hilfe zu spät

„Für meinen Hund kommt jede Hilfe zu spät“, sagte Sybille Fraese im Gespräch mit dem Uckermark Kurier. Der Schock über den Verlust ihres geliebten Hundes ist ihr anzuhören. Sie kämpft mit den Tränen. Die letzten Tage im Leben von Gina waren besonders dramatisch. Sie habe sich nicht mehr hinsetzen, nicht mehr fressen und schlucken können. Der Halterin war zuvor aufgefallen, dass die Hündin auffällig viel mit ihrer Zunge gespielt hat.

Blaue Verfärbung

Sybille Fraese war dabei eine blaue Verfärbung aufgefallen. Sie machte einen Termin beim Tierarzt. Ihre Devise: „Vorsorge ist besser als Nachsorge.“ Der Arzt verschrieb zunächst eine Mundsalbe und verabreichte ein Antibiotikum. Doch die Situation verschlimmerte sich weiter. „Am Donnerstag ging nichts mehr.“ Fraese eilte deshalb erneut in die Arztpraxis. Der Arzt machte dort den grausigen Befung. Zunge und Rachen des Hundes waren großflächig verätzt und abgestorben. Das Tier muss gelitten haben. Jede Hilfe kam zu spät. Auf kurz oder lang wäre Gina wohl elendig verhungert. „Ich muss die Schockbilder noch verarbeiten“, sagte Fraese.

Flüssigkeit geschluckt

Es deutet vieles darauf hin, dass der Hund mit der Lippe an eine Säure gekommen sei und diese auch geschluckt habe, meinte der behandelnde Tierarzt Dr. med. vet. Torsten Till. Nachdem die blaue Verfärbung an der Zunge festgestellt wurde, ging der weitere Verlauf „rasend schnell“. Innerhalb von Stunden musste sich die Verätzung ausgebreitet haben. Eine bakterielle Erkrankung könne damit ausgeschlossen werden.

Aromatische Säure?

Was dennoch stutzig macht, ist die Frage, warum der Hund die Säure aufgenommen hat. In aller Regel würden auch bei Hunden Abwehrreaktion wirksam. Möglich wäre, dass die Säure in irgendeiner Art und Weise „aromatisiert“ gewesen war. Oder, dass der Hund zunächst mit seinen Pfoten mit dem ätzenden Stoff in Berührung kam und diesen dann abgeleckt hat. Ein solcher Fall käme hin und wieder vor, so der Tierarzt.

Tiere haben Vorrang

Bei alledem machte Dr. Torsten Till deutlich: Sybille Fraese habe sich stets fürsorglich um ihre Hunde gekümmert. Sie selbst machte Abschläge. „Die Tiere gingen vor.“ Und so war auch Gina in den vergangenen Jahren niemals negativ aufgefallen. „Der Hund war gesund. Er hat nicht herumgekränkelt“, betonte Till. Umso tragischer ist sein Tod.

Vorsätzlicher Totschlag

Sybille Fraese glaubt nicht, dass ihr Hund in eine Säure getreten ist und danach seine Pfote abgeleckt. Sie will vielmehr gesehen haben, wie er eine Säure vor ihrer Wohnungstür geschluckt hat. Fraese hat einen schlimmen Verdacht. „Mein Hund wurde vergiftet“, sagte sie. Fraese spricht von „vorsätzlichem Totschlag“. Vor ihrer Wohnungstür soll ein „Hundehasser“ bewusst einen Giftstoff ausgeschüttet haben. Fraese hat deshalb auch Anzeige bei der Polizei erstattet.

 

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