Fachkräftemangel

In der Uckermark fehlen Pflegekräfte

Betreiber von Krankenhäusern in der Region bilden beruflichen Nachwuchs selbst aus. Das reicht allerdings nicht, um die Lücken zu schließen.
In Deutschland fehlen rund 200.000 Pflegekräfte. Auch uckermärkische Kliniken haben Probleme, offene Pflegestellen a
In Deutschland fehlen rund 200.000 Pflegekräfte. Auch uckermärkische Kliniken haben Probleme, offene Pflegestellen auf ihren Allgemein- und Intensivstationen zu besetzen. Fabian Strauch
Prenzlau

Deutschlandweit fehlen in Krankenhäusern mindestens 200.000 Pflegekräfte. Schon im vergangenen Jahr hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) deshalb Alarm geschlagen. Das Problem gibt es auch in der Uckermark. So seien im Asklepios Klinikum Uckermark in Schwedt derzeit 15 Stellen nicht besetzt, teilte Geschäftsführer Ulrich Gnauck mit. „Für die Arbeit im Routinebetrieb sind diese fehlenden Stellen unersetzbar und beeinträchtigen die Arbeit.“ Man sei aber weitsichtig genug gewesen und habe schon vor zweieinhalb Jahren die doppelte Anzahl an Azubis aufgenommen. „Wir erwarten Ende des Jahres über 30 neue examinierte Pflegekräfte, die uns bei der Bewältigung der Problemlagen sicherlich helfen werden“, so Ulrich Gnauck.

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Seiner Meinung nach sei die allgemeine Situation auf dem Arbeitsmarkt der Pflege in Deutschland ausgereizt. Zudem geht im Zuge des demografischen Wandels eine Vielzahl von Pflegekräften in den Ruhestand. „Das Asklepios Klinikum Uckermark versucht schon seit Jahren, durch eigene Ausbildung den Bedarf zu decken. Aufgrund der sinkenden Anzahl von Absolventen in den Schulen merken wir auch in diesem Jahr, dass möglicherweise neue Schwierigkeiten auf uns zukommen.“

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„In unseren drei Kliniken – Angermünde, Prenzlau und Wolletzsee – haben wir eine Besetzungsquote von 95 Prozent“, sagte GLG-Pflegedirektor Robert Schindler. Zudem führten Quarantäne-Anordnungen zu einer über das übliche Maß hinausgehenden Abwesenheitsquote. „Daraus resultieren Beeinträchtigungen und Mehrbelastungen für das Personal. Die jeweiligen Krisenstäbe der GLG-Krankenhäuser tagen daher in engen Abständen und reagieren auf die jeweils vorliegende Situation“, ließ der Pflegedirektor wissen. Die Anzahl der Intensivbetten sei aber unverändert. „Tagesindividuell können Intensivbetten kurzzeitig für eine Patientenbelegung gesperrt werden. Dies erfolgt beispielsweise, wenn der Personalausfall aufgrund von Urlaub, Krankheit oder angeordneter Quarantäne das kompensationsfähige Maß übersteigt.“ Generell habe die Berufsnachwuchssicherung in der Pflege bei der Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) sehr hohe Priorität. „In den drei Kliniken haben im Oktober vergangenen Jahres 19 Azubis zur Pflegefachfrau/-mann ihre Ausbildung begonnen.“ In diesem Jahr würden 22 Ausbildungsplätze zur dreijährig examinierten Pflegekraft besetzt. „Durch die unternehmenseigene Berufsnachwuchssicherung können wir natürliche Fluktuation, zum Beispiel durch Renteneintritt, kompensieren. Auf die jährlich neu zu besetzenden rund 90 Ausbildungsplätze haben sich 2021 insgesamt 267 Personen beworben“, so Robert Schindler.

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Auch im Sana Krankenhaus Templin werden bereits seit geraumer Zeit enorme Anstrengungen unternommen, mehr Personal in der Pflege auszubilden und anzustellen, informierte André Puchta. Er ist Regionalleiter Unternehmenskommunikation der Sana Kliniken Berlin-Brandenburg. „Wir werben am Sana Krankenhaus Templin mit einem Haustarifvertrag mit ver.di mit 38,5 Stunden/Woche bei Vollzeit, variablen Teilzeit- und Schichtmodellen und Unterstützung beim Umzug. Dazu gehören auch die Zuzahlung für Kinderbetreuung, eine doppelte Nachtschichtbesetzung und kostenlose Unterstützung durch unseren Familienservice. Er umfasst zum Beispiel Beratung zu Pflegefällen in der Familie, zur Notbetreuung bei Bedarf, bei der Vermittlung von Kinderbetreuungsplätzen oder in persönlichen Krisensituationen.“

Die Templiner Klinik engagiere sich zudem sehr stark in der Ausbildung von Pflegefachkräften, erklärte Puchta. „Die jahrelange Kooperation mit der Medizinischen Schule Uckermark ermöglicht jedes Jahr die Qualifikation von fünf jungen Menschen zu Pflegefachfrauen und Pflegefachmännern sowie zu Gesundheits- und Krankenpflegehelfern.“ Darüber hinaus biete man seit 2021 Praxisphasen der Ausbildung zu Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten in Kooperation mit der Schule für Ergotherapie ‚Regine Hildebrandt‘ in Angermünde an.

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